Sonntag, 08 Dezember 2019 16:05

Augen auf beim Pickup Kauf!

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Augen auf beim Pickup Kauf!

Es muss nicht immer ein Neuwagen sein, es gibt Hunderttausende von guten gebrauchten Fahrzeuge auf dem Automobilmarkt.
Eine ausführliche Besichtigung und Probefahrt sind ein absolutes Muss beim Kauf eines neuen Gebrauchten .

Wir haben für euch sieben Punkte zusammengefasst die ihr bei der Besichtigung unbedingt beachten und prüfen sollte:

 

1. Allgemeines:

Vor dem Termin solltet ihr euch ein wenig auf die Besichtigung vorbereiten. Dazu zählt sich über die gängigen Marktpreise zu informieren um Vorort Argumente zu haben den Preis zu drücken. Die im Internet angegebenen Preise sind immer noch verhandelbar, das weiß auch der Verkäufer und setzt daher den Kaufpreis meist höher an als die Summe die er wirklich haben möchte.
Über Probleme des gewünschten Fahrzeuges kann man sich im Forum umschauen um gängige Schwachstellen vorher schon zu kennen.
Wenn möglich sollte dich zum Ortstermin eine zweite Person begleiten.Vier Augen sehen mehr als zwei und vielleicht hast du ja in deinem Bekanntenkreis sogar ein der sich mit Fahrzeugen noch besser auskennt um eventuelle Mängel zu erkennen.

Du solltest das Fahrzeug am besten bei Tageslicht begutachten und nicht abends oder nachts wenn es schon dunkel ist.Leichter Rost oder eventueller Mängel im Lack lassen sich bei Tageslicht viel besser erkennen als bei Dunkelheit.
Auch beim Gebrauchtwagenkauf ist der erste Eindruck des Fahrzeugs sehr wichtig. Ist der Wagen frisch gewaschen und gepflegt, geht man davon aus dass der Verkäufer diese nicht nur als Nutzfahrzeug sieht. Sollte der Wagen in Dreck und Speck dastehen empfiehlt es sich das Fahrzeug genauer zu inspizieren und sicherzustellen damit mit dem Schmutz nicht irgendwelche Mängel verdeckt werden.
Idealerweise sollte die Besichtigung auch bei Trockenheit stattfinden, da man da am 1.10 kann ob unter dem Fahrzeug irgendwelche und dichten und feuchte stellen existieren die auf eventuell Ölverlust zurückzuführen sind.
Nimm auf jeden Fall auch eine Taschenlampe mit um im Motorraum und am Unterboden des Fahrzeuges besser überprüfen zu können.

2. Papiere:

Idealerweise kann der Fahrzeugbesitzer ein lückenloses Inspektionsheft vorweisen sowie die Rechnung der letzten größeren Reparaturen.
Sollte das Fahrzeug schon sehr viele Vorbesitzer gehabt haben oder erst seit kurzem in Besitz des jetzigen Fahrzeughalters sollte man dies hinterfragen.
Der Prüfbericht der letzten Hauptuntersuchung ist vorhanden und sollte überprüft werden. Meist sind darin auch Hinweise auf kommende Reparaturen enthalten.
Viele Zulassungsstellen bestehen mittlerweile auf die Vorlage des Prüfberichtes beim Ummelden des Fahrzeugs!
Sollte der Verkäufer schon einen Kaufvertrag vorbereitet haben,sollte man den akzeptieren wenn dieser den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen entspricht und nicht selbst aufgesetzt ist.
Hier empfiehlt es sich im Vorfeld schon einen rechtlich einwandfreien Vordruck aus dem Fachhandel oder eine Vorlage von den Automobilclubs zu besorgen und mitzunehmen.

3. Karosserie und Lack:

Rost im LackBei einem Rundgang und das Fahrzeug solltet ihr an der Karosserie in erster Linie auf die Spaltmaße zwischen Hauben und Türen achten. Der Spalt der dort verläuft sollte gleichmäßig breit sein. Ist dieser verzogen könnte dies auf einen Unfallschaden oder Reparatur hinweisen.
Natürlich sollten keine Roststellen sichtbar sein. Meist ist erster leichter Rost im Lack ein Anzeichen dass es dahinter viel schlimmer aussieht.
Der Lack des Fahrzeuges sollte eben sein und weder matte Stellen noch Farbunterschiede aufweisen.Matte Stellen entstehen durch mangelnde Lackpflege, Farbunterschiede deuten darauf hin, dass das Fahrzeug nachlackiert wurde eventuell aufgrund einen Unfallschaden.
Besonders die Frontscheibe sollte man auf mögliche Steinschlagschäden überprüfen.Findet man Steinschlagschäden innerhalb dem Bereich der durch die Scheibenwischer gewicht wird, ist dies ein Grund dem Fahrzeug bei der nächsten Hauptuntersuchung die Plakette zu verweigern. Aber Steinschlagschäden sollten generell nicht vorhanden sein da diese schnell zum kompletten Riss der Scheibe führen können. Dies gilt natürlich auch für die Scheinwerfer und sonstige Beleuchtung an dem Fahrzeug.
Die Funktion der Fahrzeugbeleuchtung lässt sich leicht überprüfen. Speziell bei den heutigen LED Leuchten wird der Austausch einer defekten Beleuchtung sehr teuer.
Bei den Räder und Reifen sollte man die Felgen auf Beschädigung überprüfen Das Reifenprofil überprüfen und auf gleichmäßige Abnutzung achten. Sollte ein Reifen auf einer Seite ungleichmäßig abgefahren sein, könnte dies ebenfalls auf einen Unfall oder falsch eingestellt Lenkgeometrie hinweisen.
Die Bremsscheiben lassen sich auch leichten hinter der Taschenlampe auf deren Zustand überprüfen. Diese sollten sauber und ohne riefen gleichmäßig abgenutzt sein und an der äußeren Kante möglichst kein Rand sein.

4.Fahrzeug Innenraum:

Sollte es im Innenraum schon leicht muffig riechen oder die Scheiben beschlagen sein,bedeutet dies meist undichte Stellen in der Karosserie oder den Scheibendichtungen. Wenn ich gerade feuchte Stellen vorhanden sind, sind solche Fehler sehr schwer zu finden.
Der Zustand und die Abnutzung der Innenraumausstattung wie z.b. der Sitze und Gurte sollte zur Laufleistung des Fahrzeugs passen. Extrem hohe Laufleistung eines Fahrzeug erkennt man meistens an stark abgenutzten Stellen wie dem Lenkrad, der Pedalgummis oder durchgesetzten Stoff der Sitze.
Hier kann man auch alle elektrischen Verbraucher prüfen. Funktionieren das Radio, die Lüftung, die Hintergrundbeleuchtung des Armaturenbrettes? Funktionstest der Heizung und der Klimaanlage sowie die elektrische Beheizung der Heckscheibe, Außenspiegel, Frontscheibe.
Funktionieren die elektrischen Außenspiegel und sämtliche Fensterheber?

5. Motorraum:

Rost im MotorraumAuch hier zählt wieder der optische Eindruck. Idealerweise sollte der Motorraum nicht im Hochglanz erstrahlen . Dies könnte auf eine zuvor durchgeführte Motorwäsche hinweisen die eventuell Ölverlust verdecken soll. Ein ganz leichter Ölfilm am Motor ist normal da sind die Motoren etwas schwitzen es sollte allerdings keine schwarze Brühe am Motorblock herunterlaufen.
Zum Prüfen der Motor Flüssigkeiten wie Motoröl, Kühlwasser Bremsflüssigkeit kann wieder eine Taschenlampe hilfreich sein. Den Deckel vom Öleinfüllstutzen sollte man öffnen, hier sollte sich kein weiser Schlamm am Deckel oder im Schach der Einfüllöffnung angesammelt haben. Dies deutet entweder auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hin oder das Fahrzeug wurde ausschließlich im Kurzstreckenbetrieb benutzt und es hat sich Wasser im Ölkreislauf abgesetzt.
Leitungen, Schellen, Schläuche und sämtliche Zahn und Gummiriemen sollten in Ordnung sein und keine spröde stellen oder Riese aufweisen.
Bei Fahrzeugen die regelmäßig ihren Kundendienst in der Werkstatt bekommen haben findet sich meist im Motorraum ein Aufkleber oder ein Zettel mit den Daten des letzten Ölwechsel und der Kilometerleistung wann dies geschehen ist.
Natürlich sollte es auch hier keine Roststellen geben.

6. Unterboden:

Rost am RahmenDie Kontrolle des Unterbodens Kanone eine Hebebühne etwas mühsam sein , aber man sollte darauf nicht verzichten!
Insbesondere sollte mal auf feuchte Stellen im Bereich der Bremsen, Bremsleitungen , Kraftstoffleitungen und den Bereich am und um den Motor achten.
Dies gilt auch für die Stoßdämpfer die äußerlich trocken sein sollten. Sind diese ölverschmiert deutet dies auf eine undichten Dämpfer hin der getauscht werden muss.
Ein Gebrauchtwagen fängt meist am Unterbodenn an zu rosten, da dies die meist beanspruchte Stelle ist, daher diesen auf Roststellen oder etwaige Reparaturen überprüfen.
Auch die Auspuffanlage sollte keine Durchrostungen haben. Die Dichtigkeit kann man ganz leicht bei laufendem Motor überprüfen indem man das hintere Ende des Auspuffs einfach mit einem Lappen zuhält. Ist die Anlage undicht hört man wo sie ablässt.

 

7. Probefahrt:

Sollte man nach der Überprüfung der vorgenannten Punkte keine gravierende Mängel gefunden haben steht einer Probefahrt nichts mehr im Wege.
Der Motor sollte sofort und ohne großes leiern starten.
Idealerweise sollte man die ersten Tests auf einem großen freien Platz durchführen.
Hierzu gehört in erster Linie der Funktionstest der Betriebs- und der Handbremse. Wenn das Fahrzeug nur rollt sollten keine Schleifgeräusche der Bremse zu hören sein.
Bei langsamer Fahrt die Lenkung mal nach links und mal nach rechts einschlagen und auf Geräusche achten. Knackende oder schleifende Geräusche können auf Defekte oder Spiel in den Gelenken hinweisen.
Das Fahrzeug auf einer freien geraden Strecke beschleunigen und dann stark bremsen ohne das Lenkrad stark festzuhalten. Das Fahrzeug sollte Abbremsen ohne nach einer Seite zu ziehen.
Danach sollte man noch eine ausgiebige Probefahrt über Strecken durchführen die auch einmal einen schnelleren Abschnitt enthalten.

Hatt auch bei der Probefahrt alles zur Zufriedenheit geklappt bleibt nur noch die Verhandlungen über den endgültigen Kaufpreis!
Die dabei zuvor festgestellten Mängel können auch hier helfen Argumente zu haben den Kaufpreis noch etwas zu drücken. Wie viel? Dies ist abhängig von deinem Verhandlungsgeschick ! ;-)


Viel Erfolg beim Gebrauchtwagenkauf!

Gelesen 979 mal Letzte Änderung am Montag, 09 Dezember 2019 11:24
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