Donnerstag, 22 April 2021 22:38

Herausforderung Schwertransport: Mit der richtigen Route auch in schwierigem Gelände ans Ziel

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Herausforderung Schwertransport: Mit der richtigen Route auch in schwierigem Gelände ans Ziel

Schwerlasttransporte stellen eine enorme Belastung für die Straßen und die Infrastruktur dar. Anders als andere Frachtgüter, müssen Großraum- und Schwertransporte (GST) im Vorhinein detailliert geplant werden. Das betrifft im Besonderen die Wegstrecke. Denn die Sondertransporte überschreiten die zulässigen Gewichte und Maße eines üblichen LKWs.

Inklusive Ladung darf ein Lastkraftwagen maximal 40 Tonnen wiegen und eine Breite von 2,55 Meter, eine Höhe von 4 Meter und eine Länge von 12 Meter bzw. 16,50 Meter (Sattelzug) und 18,75 Meter (LKW-Zug) nicht überschreiten. Alles, was darüber hinaus geht kann nicht ohne Vorkehrungen und akkurate Planung auf der Straße bewegt werden. Gerade die hohen Gewichte eines Schwerlasttransportes stellen eine enorme Beanspruchung und Belastung der Verkehrswege dar. Brücken sind nur unter Einhaltung bestimmter Gewichte zu überfahren. Unterführungen sind für Sondertransporte selbst mit Sicherheitszuschlag (4,20 Meter) oft zu niedrig und müssen umfahren werden. Um Frachtgüter von A nach B zu transportieren sind oft große Umwege erforderlich. So kann es vorkommen, dass die Wegstrecke eines Schwertransports in Deutschland durchaus vierstellig ist.

Route von Schwerlasttransporten muss bis ins Detail geplant werden

Bei der Fahrwegplanung ist die Route präzise zu dokumentieren und mit Fotos zu protokollieren. Neben dem Prüfen von Kurvenradien und Durchfahrtshöhen müssen gegebenenfalls Ampelanlagen und Verkehrsschilder demontiert, Halteverbotsschilder angebracht, Bäume entästet bzw. gefällt oder der Strom in den Oberleitungen abgestellt werden. Eine besondere Herausforderung stellen abseits der Hauptverkehrswege schwierige Gelände dar, wie Feldwege oder Wälder. Zum Beispiel ist es möglich, dass ein Windrad auf einem Berg aufgestellt werden soll und die Rotorblätter, die Turmsegmente und die Gondel müssen dementsprechend dorthin befördert werden. Wind- und Wetterverhältnisses, wie hohe Windgeschwindigkeiten und Regen, aber auch die Steigung von Straßen und Wegen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Traktion und die Durchführung des Transports.

SPMT-Fahrzeuge ideal für schwieriges Gelände

Bei Schwertransporten gelangen LKWs an ihre Entlastungsgrenzen und es kommen stattdessen spezielle Fahrzeuge zum Einsatz, wie Tiefbettauflieger und modulare Plattformwagen. Diese verfügen dank modernster Technik über ein verbessertes Manövrierverhalten. Die Plattformwagen erreichen beispielsweise einen Lenkwinkel bis zu 60 Grad. Für Nutzlasten über 100 Tonnen oder Transporte in schwierigem Gelände kommen Self-Propelled Modular Transporter (SPMT) zum Einsatz, wie sie von Kamag hergestellt werden. Die modularen Transporter verteilen die Nutzlast der Frachtgüter gleichmäßig auf mehrere Achsen, wobei jede Achse einzeln um 360 Grad lenkbar ist und Pendelachsen Unebenheiten in der Fahrbahn ausgleichen. Mit einer Fernbedienung ist es möglich, Gas zu geben und die modularen Plattformen zu lenken. 

Genehmigungen und Fahrzeiten: Wann ist ein Schwertransport erlaubt?

Neben der präzisen Planung und den speziellen Transportfahrzeugen sind nicht zuletzt auch Genehmigungen erforderlich, da Großraum- und Schwerlasttransporte in Deutschland streng geregelt sind. Für die Durchführung ist laut §29 Abs. 3 der Straßenverkehrsordnung (StvO) eine Genehmigung einzuholen. Hinzukommen Ausnahmegenehmigungen bei Überbreite und beim Überschreiten der Fahrzeugabmessungen und -gewichte sowie eine Genehmigung vom Ordnungsamt und weiterer zuständiger Behörden. Des Weiteren dürfen Sondertransporte nur in verkehrsarmen Zeiten von Montag 9 Uhr bis Freitag 15 Uhr fahren oder, wenn sie eine Breite von 3,2 Metern überschreiten, nachts zwischen 22 und 6 Uhr. Abhängig von der Größe und Schwere des Transports sind ebenfalls Begleitfahrzeuge (BF3) vorgeschrieben.

Read 83 times Last modified on Donnerstag, 22 April 2021 22:41

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