Mittwoch, 25 Mai 2022 13:48

Pickup-Import aus den USA

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Pickup-Import aus den USA Quelle: https://unsplash.com/photos/7NLF1jVQTiI

Pickup-Fans finden hierzulande leider selten die Fahrzeuge, die ihr Herz höherschlagen lassen. Die Kombination aus PKW und Nutzfahrzeug ist eigentlich in den USA mit ihren breiten Straßen und langen Strecken zu Hause. Deshalb gibt es dort auch deutlich mehr Auswahl.

Wer den spezifischen Pickup-Truck seiner Träume nur in Amerika findet, muss aber nicht verzweifeln. Solange das Auto nach deutschen Standards straßensicher ist, können wir es importieren lassen. Worauf muss man dabei achten?

Der Automarkt in Amerika

Der Automarkt ist in Amerika größer als in Deutschland. Das gilt für Pickups und Muscle Cars genauso wie für Standard-PKWs. Hier gibt es unter anderem Autos, die in Deutschland (noch) nicht zugelassen sind, oder eine bessere Ausstattung haben als ihre deutschen Varianten. Durch diesen großen Markt und Konkurrenzdruck unter den Anbietern finden wir bessere Preise. Deshalb lohnt es sich manchmal sogar, deutsche Autos in den USA zu kaufen und importieren zu lassen.

Damit sich das rentiert, muss man allerdings darauf achten,

  • einen guten Händler und
  • ein gutes Importunternehmen zu finden.

Danach muss man berechnen, ob sich der Kauf mit Transport und eventuellen Umrüstungen lohnt oder wie viel wir für unser Traumauto aufschlagen müssen.

Der passende Händler

Auf dem amerikanischen Markt finden wir professionelle Autohändler und Privatpersonen, die ihre Autos verkaufen. Wer bereit ist, das Auto nach Deutschland importieren zu lassen, bietet die Wagen meist auf Plattformen für den internationalen Online-Kauf an. Dazu gibt es beispielsweise hier mehr Informationen.

Dabei ist es für uns wichtig, darauf zu achten, wie vertrauenswürdig der Händler ist. Wenn wir auf die Distanz kaufen, kaufen wir sonst womöglich die Katze im Sack. Wir können vor allem die folgenden Faktoren beachten:

●     Zertifizierte Händler

Ein guter Start sind Händler, die DMV-zertifiziert sind. Das DVM (Department of Motor Vehicles) ist die staatliche Instanz in Sachen Autos. Nur wenn der Verkäufer des Wagens zertifiziert wurde, können wir bei Problemen mit Hilfe der Behörden vor Ort rechnen.

●     Zustand

Es kann sich lohnen, den Kauf des Autos mit einem Urlaub zu verbinden, um sich den Wagen selbst anzuschauen. Wichtig ist die Suche nach Anzeichen von nicht festgehaltenen Reparaturen, Rost und Lackschäden sowie Flüssigkeit und Feuchte im Innenraum. Dabei sollte man den Verschleiß und Kilometerstand mit den in der Anzeige oder Kaufvertrag angegebenen Fakten abgleichen. Auf Distanz bleiben uns dafür nur Fotos und Videos.

Hilfreich ist die VIN-Nummer. Alle Autos ab dem Baujahr 1981 erhalten in Amerika die Vehicle Identification Number. Damit kann man über Register, wie CarFax, nach Angaben über die Fahrzeughistorie suchen. Dort erhalten wir zum Beispiel Informationen über die Vorbesitzer, Unfälle, an denen der Wagen beteiligt war, Reparaturen, die durchgeführt wurden, oder ob der PKW aktuell als gestohlen gemeldet wurde. Die Nummer ist im Wagen und in den Fahrzeugpapieren vermerkt. Sie sollten miteinander übereinstimmen.

Deutsche Vorgaben abgleichen

Auch wenn Zustand und Preis stimmen, kann der Wagen zu einer Kostenfalle werden. Das hängt vor allem mit den deutschen Zulassungsbedingungen zusammen. Wenn das Auto hier nicht auf die Straßen darf, haben wir entweder einen PKW gekauft, den wir nicht nutzen können, oder müssen ihn nun nachträglich umrüsten.

Es gibt mehrere Gründe, aus denen ein Auto in Deutschland nicht als straßentauglich gilt.

  • Zum einen müssen Gebrauchtwagen zuerst eine Hauptuntersuchung einer zertifizierten Werkstatt überstehen.
  • Zum anderen gibt es gewisse Bauweisen, die hier nicht als sicher gelten. Dazu kann die Anordnung, Leuchtkraft oder Farbe der Scheinwerfer gehören.
  • Nicht zuletzt ist auch die Umweltbelastung durch die Abgase des Autos nicht unwichtig.

Der Autoimport

Das Importunternehmen, das wir wählen, hat am besten Erfahrungen auf dem Deutsch-Amerikanischen-Handelsweg. Dann kennt es die Vorgänge an jeglichen Übergabestellen, Grenzen und Zollkontrollen genau und kann einen reibungslosen Ablauf garantieren.  Ein gutes Unternehmen kann uns zudem einen Festpreis geben, damit wir mit genauen Angaben rechnen können. Noch dazu hat es gute Versicherungen, die Schäden beim Transport abdecken.

Der Serviceumfang dieser Anbieter kann sich unterscheiden. Manche bringen den Wagen von Hafen zu Hafen, andere liefern ihn für einen Aufpreis bis zur Haustür. Gelegentlich kann man sich zum Geld sparen Container mit mehreren Autokäufern teilen. Dabei steigt aber auch die Gefahr, dass der Wagen beschädigt werden kann.

Dokumente

Für den Import brauchen wir:

  • CoO/CoT – Das Certificate of Origin, beziehungsweise Title, erhalten wir für einen Neuwagen, beziehungsweise Gebrauchtwagen. Darin stehen wichtige technische Informationen und Identifizierungsmerkmale, wie das Nummernschild und die Daten des Besitzers oder Kilometerstände.
  • Kaufvertrag – Der Kaufvertrag ist wichtig für die Verzollung. Auch hier stehen Identifizierungsmerkmale des Autos, die Daten des Käufers und Verkäufers sowie der Preis, das Datum und die Unterschriften.
  • : US-Zulassung – Wenn wir den Wagen in den USA noch selbst fahren möchten.
  • : Einen Freigabe-Schein, wenn in dem Fahrzeugbrief des Autos eine Bank als Lienholder vermerkt wurde – Die Bank ist in dem Fall noch Teilbesitzer des Autos und muss ausgezahlt werden. Der Schein beweist, dass wir das getan haben.

Dauer

Je nachdem wo der Wagen steht und hin soll, dauert der Transport 10 bis 20 Tage.

Zoll & Steuer

Die Sales Tax in den USA, der Einfuhrzoll und die Einfuhrumsatzsteuer sind zu beachten:

  • Die Sales Tax richtet sich nach dem jeweiligen Bundesstaat und kann zwischen 3 % und 11 % liegen. Sie kann beim Export zurückerstattet werden.
  • Der Einfuhrzoll richtet sich nach dem Fahrzeugtyp. Bei Pickups sind es 22 %, die anhand des Kaufpreises und der Transportkosten berechnet werden.
  • Die Einfuhrumsatzsteuer berechnet sich ebenfalls an dem Kaufpreis und den Transportkosten und bezieht danach noch die Zollgebühren ein. Sie liegt bei 19 %.

Fazit

Wer für die nächste Tour durch die Alpen einen Pickup kaufen möchte, kann sich auf dem US-Markt umschauen. Hier sind die Auswahl, Ausstattung und Preise meist besser. Durch den Import kommt der Wagen nach Deutschland. Davor müssen wir auf einen vertrauenswürdigen Händler achten und am besten einen Festpreis für den Transport berechnen lassen. Wichtig ist es, auf die Wahrscheinlichkeit der Zulassung des Wagens in Deutschland zu achten und eventuelle Kosten für Reparaturen, Untersuchungen und Umrüstungen mit einzurechnen. 

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