Die letzte Marokkofahrt mit meinem Pickup 2011/2012
14 Jahre 5 Monate her #112458
von Edith
Gute Fahrt
Edith
Edith antwortete auf Die letzte Marokkofahrt mit meinem Pickup 2011/2012
weiter gehts ...
1.1.2012
Silvester in Chegaga. Seit Jahren veranstalten meine Freunde von Sahara Services dort eine große Party. Wenn ich auch nicht unbedingt ein Freund von so was bin, so wollte ich mir das doch mal anschauen, um darüber berichten zu können. Es hieß teilweise, dass bis zu 200 Leute dort sein werden und mir graute davor. Zur Sicherheit brachte ich eine Flasche Sekt aus Deutschland mit, der Plan war, um Mitternacht allein auf einer Düne zu sitzen und mit mir anzustoßen.
Zwei Tage vorher kam ein englisches Wohnmobil in die Kasbah, sie wollten evtl. eine Wüstentour buchen. An Bord nicht die typischen Rentner, sondern 5 junge Engländer, darunter zwei Schotten und ein in Südafrika geborener. Zu allem Überfluss hatte der eine Schotte Roma - Vorfahren, war also absolut nicht so, wie ich mir den typischen Schotten vorstelle. Der andere schon eher mit seiner blassen Haus und den hellroten Harren, Gregor McDermot hieß er. Alle zwischen 25 und 30, also ein richtig knackiges Alter. Wir verstanden uns schon an dem Abend prächtig. Ich konnte sie überzeugen, dass es sinnvoll wäre, zwei Nächte in der Wüste zu schlafen und somit die Party mitzumachen.
Am nächsten Abend kamen zwei junge Spanierinnen. Allerdings hören sie das nicht gern, sie bezeichnen sich lieber als Kataloninnen. Und sie sprachen perfekt englisch, was ja selten in Spanien ist. Die eine war Englischlehrerin für Grundschule und Kindergarten und meinte, dass sich das in Zukunft ändern wird, Englisch wird jetzt überall gelehrt. Auch das zwei süße junge Mädchen. Ich konnte auch die davon überzeugen, dass sie die Party mitmachen, was nicht geplant war. Da sie schon früher als ich aufbrachen wies ich sie gleich auf die netten Engländer hin.
Es kam also der Silvestermorgen. Die Mädels und viele andere brachen zunächst mit Kamelen auf, obwohl man Chegaga so natürlich nicht in einem Tag erreicht. Sie sollten später von Geländewagen aufgelesen werden. Ein Wohnmobil aus Hamburg kam angefahren, besetzt mit Mutter, Tochter und zwei Hunden. Die hatte ich schon vorher auf dem Camping Caravan Carrefour kennengelernt. Ich konnte auch sie von der Silvesterparty überzeugen. Abdou muss langsam mal Provision zahlen. Am Nachmittag fuhren wir also mit Abdou in seinem Pickup los.
Abdou hat an den Dünen von Chegaga zwei Camps, ein normales mit Berberzelten und einfachem Sanitärblock und eines mit weißen Zelten, die alle noch ein Babyzelt hinten dran haben mit Bad: Chemieklo, Waschbecken, heiße Dusche. Und Licht. Man glaubts kaum. Breites Doppelbett für mich und das Kamel Ali. Die Hamburger und ich waren in diesem Luxuscamp, die jungen Leute leider nicht. Eine große Bühne war aufgebaut, DJ, Discobeleuchtung, alles da. Der ganze Platz und die umliegenden Dünen waren von Kerzen besetzt, eine traumhafte Kulisse. So wunderschön. Eine Folkloregruppe spielte zum Auftakt, das Feuer wärmte uns.
Und dann kamen sie angebraust, die Geländewagen. Alle Gäste vom anderen Camp. Dem Billigcamp. Genial. So brauchte man nur an einem Platz Musik zu machen und alle konnten zusammen feiern. Laut Abdou waren es 80 Personen zum Essen, mir kam es aber nicht so voll vor, es ist ja auch viel Raum. Aber natürlich zuerst die Begrüßung mit meinen englischen Jungs und den spanischen Mädels, die längst zusammen gefunden hatten. Wir blieben den ganzen Abend zusammen, es war einfach eine unglaubliche Stimmung. Den Schotten konnte ich zunächst überhaupt nicht verstehen mit seinem Slang, aber im Laufe des Abends habe ich mich daran gewöhnt. Und wie wir dann so schön im Zelt saßen, kam ein weiß Gekleideter von der zweiten Folkloregruppe und zog mich mit den beiden Mädels hoch zum Tanzen. Also wer mich kennt, der weiß, wie ungewöhnlich das ist, niemals tanze ich, niemals mache ich was mit. Und ich warf alles über Bord und war locker und vergnügt. Danach legte dann der DJ heiße Platten auf und alle tanzten, auch ich. Die ganze Nacht.
Nein, nicht die ganze. Denn es gab ja auch Essen. Zwei ganze Lämmer wurden gebraten, Mechoui. Dazu gabs Couscous. Die Engländer hatten einen unglaublichen Vorrat an Alkohol, den sie immer nur heimlich nachfüllten. Davon allerdings auch Abdou anboten, und wahrscheinlich gar nicht merkten, dass er ja der Boss von allem ist. Aber Abdou ist da nicht so streng, wenn man auch alles kaufen kann, so hat er doch nichts dagegen, wenn man etwas mitbringt.
Um 23 Uhr kam Hassan, um mir einen Kuss zu geben und Bonne Année zu wünschen. Denn in Deutschland war es ja soweit. Er kündigte aber gleich an, dass er um Mitternacht noch einmal kommen würde. Hassan ist der allerbeste und lustigste Chauffeur, der für Abdou arbeitet und die meisten, die schon Touren bei mir gebucht haben, kennen und schätzen ihn.
Dann aber leuchteten viele Kerzen auf den Dünen in dem Schriftzug 2012. Mitternacht war gekommen. Was dann folgte war einfach unbeschreiblich. Hassan war natürlich der erste, aber danach wurde so viel geküsst und gedrückt wie in meinem ganzen Leben noch nicht. In diesem bunt gewürfelten, internationalen Häufchen wollte jeder jeden umarmen und küssen.
Das schönste an dieser ganzen Nacht war eigentlich die Stimmung. Es war „Eine Welt“, die da gefeiert hat. Menschen von so vielen unterschiedlichen Nationen und alle freundlich und ausgelassen, und keiner maßlos betrunken. Und meine Sektflasche habe ich natürlich mit vielen teilen müssen/dürfen.
Als ich am nächsten Morgen mit meinem siebener Grüppchen zusammen saß, um uns zu verabschieden, wurde genau dies betont, jeder empfand gleich. So schön die Location war, das eigentliche machten die Menschen aus. Abdou hat eine perfekte Organisation, einen perfekten Rahmen geliefert, aber der eigentliche Erfolg des Festes kam von den Teilnehmern selbst.
Ich würde im nächsten Jahr gerne wieder dabei sein!
9.1.
Vom 10. – 13. Januar 2012 sollte dann das Treffen des Saharaforums in Mhamid stattfinden. Schon für den 9.1. hatte sich ein Paar mit Wohnmobil angekündigt. Aber zuvor musste ich mit Abdou dringend nach Marrakech zum Einkaufen und drängte auf eine rechtzeitige Rückkehr, schon um 5.30 Uhr brachen wir auf. Ich schlummerte so vor mich hin, als ich im Dratal mal die Augen aufmachte, sah ich ein deutsches Wohnmobil, das eben auf einen Parkplatz fuhr. Wir unmittelbar dahinter, ich schrie dem Fahrer zu, stopp und sprang hinaus. Man glaubt es nicht, aber es waren Helga und Werner auf dem Weg nach Mhamid. Die ersten waren schon gefunden. Und sie hatten bereits in Agdz ein weiteres Paar getroffen, das zum Treffen wollte.
Weiter gings durch Zagora, wo am Ortsausgang wieder ein Wohnmobil stand, aus Leipzig. Drinnen ein einzelner Herr, der völlig verzweifelt schien und nur schimpfte. Was wollen eigentlich die vielen Kinder auf der Straße, haben Sie die gesehen? Tja, Schule war aus. Ich hatte den Leipziger in Meski bereits getroffen und ihm einen Aufkleber vom Treffen in die Hand gedrückt. Und nun war er den langen Weg von Merzouga in einem Stück durchgefahren, ich hatte den Eindruck, weil er hier auf eine einzelne Dame zu treffen hoffte. Er war zwar nicht angemeldet, aber ich erklärte ihm den Weg nach Mhamid.
Und tatsächlich war er der erste, der ankam, kurz danach Helga und Werner. In der kurzen Zeit, die wir dann zu einem Tee zusammen saßen (wer hat den bestellt?!), stellte er sich als solcher Kotzbrocken heraus, der das ganze Treffen geschmissen hätte. Alles passte ihm nicht. Warum ist die Straße nur einspurig? In Leipzig sind alle zweispurig. Unglaublich, was da alles noch kam. Trotzdem drückte ich ihm ein Programm in die Hand, sagte, er könne gerne kostenlos vor der Kasbah übernachten und sich überlegen, ob er teilnimmt oder nicht. Wenn er nun schon mal den langen Weg extra wegen mir gekommen war. Daraufhin zog er sich in seine Burg zurück und richtete seine Schüssel aus. Als ich am nächsten Morgen vor dem Haus stand setzte sich plötzlich sein Wohnmobil in Bewegung und er fuhr ohne Abschied davon. Seufz, plumps, ein Problem gelöst. Hamdullilah.
10.1.
Ich wollte noch den Stellplatz Iguidi Tours erkunden, der am Beginn der Wüstenpiste liegt und den mir ein Leser als Tipp geschickt hatte. Also lud ich Helga und Werner ins Auto und wir machten uns auf die Suche. Und wurden fündig. Das ist mal was ganz anderes als die immerhin sehr schönen Campingplätze in Mhamid, das ist echtes Wüstenfeeling. Zu Beginn 2 km holprige Piste, aber kein Sand. Zu fahren von Wohnmobilen, die sich so was zutrauen. Dann kommt man zu einem wirklich bezaubernden Örtchen, umgeben von niedrigen Sanddünen. Eine große, harte Ebene fasst sicher 20 Gefährte, dazu gehört ein gemütliches, liebevoll eingerichtetes Haus, in dem man auch einfache Zimmer mieten kann, sowie eine Biwakanlage, wo man in Zelten schläft. Der Sanitärblock ist gleich beim Stellplatz und sauber gekachelt, das Duschwasser wird mit Holz geheizt. Ganz besonders hat mir aber der herzliche Empfang gefallen. Die Onkel und Neffen sind noch sehr traditionell, nicht westlich verfärbt, kochen den Tee über einem Holzfeuer und sind sehr nett. Ich denke, hier ein paar Tage zu bleiben ermöglicht einen tollen Einblick in das einfache Leben der Menschen. Und die vielen Musikinstrumente ließen auf gemütliche Abende schließen.
Zurück in der Kasbah erstmal Enttäuschung, was, kein anderes Wohnmobil da? Doch als ich sehr genau schaute, stand da das winzige Gefährt von Sabine und Otto. Das soll ein Wohnmobil sein? Aber Sabine zeigte uns stolz das Innere des Peugeots, ja, alles drin, Bett, Küche, Kühlschrank, alles auf kleinstem Raum und funktionell. Natürlich keine Nasszelle.
Als nächstes kam ein Geländewagen mit Luise, Sigrid, Gerhard und Flo. Und als letzte dann das Wohnmobil, das schon in Adgz gesichtet worden war. Die Truppe war zusammen, rechtzeitig für 15 Uhr, denn da hatte ich eine Überraschung angekündigt.
Jungen und Mädchen wurden getrennt, ich hatte mir das als guten Einstieg gedacht, um sich besser kennenzulernen. Während die Mädels ziemlich schnell rausbekamen, dass es in die Hammam gehen sollte, hatten die Jungs keinen blassen Dunst, was ihnen bevorstand, aber waren für alles bereit. Und als wir dann im Dar Azawad ankamen und sie erfuhren, dass es auf Quads in den großen „Sandkasten“ gehen sollte, da hättet ihr mal sehen sollen, wie ihre Augen geleuchtet haben. Noch keiner hatte so was je gemacht, aber alle hatten es sich insgeheim gewünscht. Leider konnte ich nicht dabei sein und zuschauen, aber als wir abends wieder vereint waren, war klar, das war das Highlight ihrer bisherigen Reise. Ja, Umwelt und so. Alles richtig. Aber einmal sich austoben ist doch auch schön.
Aber auch den Frauen gefiel es in der Hammam. Während die Vierer-Gruppe gerade von einer Hochzeitsfeier in Fes kam und mit der Brautgesellschaft bereits eine traditionelle Hammam besucht hatte, war dies für die anderen neu und auch hier gab es nur Begeisterung.
Zurück in der Kasbah musste ich mal wieder, wie schon den ganzen Tag über, meine Stippvisite in der Küche machen. Mhamid ist nicht unbedingt ein kulinarisches Highlight, und nachdem ich drei Wochen lang immer den gleichen Salat, immer Orangen als Nachtisch bekommen hatte, wollte ich endlich mal ein wenig Pep in die Küche bringen. Mit dem Koch zusammen bereitete ich also verschiedene Salate und einen Obstsalat für den Abend vor, aber der Rest machte der Koch schon selbst. War schön mit ihm zu arbeiten.
Das Essen lief dann erwartungsgemäß gut ab, aber dann kam noch eine weitere Überraschung, eine Musikgruppe, von der selbst ich nichts wusste. Und die ich so auch noch nicht erlebt hatte. Natürlich habe ich schon viele Musikabende in der Wüste erlebt, wo die Trommeln und Kastagnetten gespielt werden, aber hier kamen mit Gesichtsschleier verhüllte Tuareg mit elektrischer Gitarre und Verstärker. Schon ein wenig überraschend. Aber sie haben mich überzeugt. Sie sangen die traditionellen Lieder der blauen Männer in der Berbersprache, die natürlich vom Leben und der Liebe handeln und am Ende hielt es Keinen auf seinem Stuhl.
11.1.
Musik, Musik, Musik. Ich glaube, das ist das Hauptmotto dieses Treffens. Aber wir sind ja auch in Mhamid, der Stadt der Sahraouies, der „Blauen Männer“. Hier ist die Musik besonders wichtig. Ich habe in meinem Reisehandbuch geschrieben:
Die Gesänge und die Tänze der Sahraouies drücken ihre Gedanken und Vorstellungen aus, die Hoffnungen der Künstler und ihren Durst nach Freiheit und Unterhaltung. Es gibt fünf Hauptrhythmen und jeder ist die Spiegelung der Seele und des Lebens, der Gefühle von Liebe, von Freuden oder von Leiden, der Arbeit, der Ereignisse und der Umwelt. Ein Rhythmus ist langsam und bedächtig wie der Gang des Dromedars, es gibt einen fröhlichen Rhythmus für Feste und Hochzeiten, melodische Gesänge der Frauen, die allein bei den Zelten zurück geblieben sind…
Doch zunächst ging es mit einem lokalen Führer zu dem ursprünglichen Mhamid, zu der tief im Palmenhain versteckten Kasbah. Dieses Dorf wurde im 16. Jahrhundert von den Aarib, einem Beduinenstamm aus dem Jemen gegründet, sie führten einen lebhaften Karawanenhandel mit den nordafrikanischen und subsaharischen Ländern. Obwohl heute viele Familien in das moderne neue Zentrum diesseits des Dra gezogen sind, wo es Schulen und bessere Versorgung gab, ist der alte Ksar dennoch bewohnt. Wir schlenderten durch die engen, überdachten Gassen und sahen viele Frauen in ihren bunt bestickten, schwarzen Tüchern. Diese Muster stellen meist die Elemente dar, die ihr Lebensinhalt sind, in der Mitte linienförmig angeordnet der Verlauf des Dra mit seinen Oasen, darum gruppiert Symbole für Zelte, Kamele, Sonne und Sterne. Wir besuchten die erstaunlich große, alte Moschee mit einem tiefen Ziehbrunnen. Hier ist sogar ein großer Wasserkessel, in dem im Winter das Wasser zum Waschen vor dem Gebet erhitzt werden konnte. Wir bestiegen das Minarett und konnten bis über den Palmenhain schauen.
Vor dem Dorf spielten die Mädchen (!) Fußball. Sabine gleich hinterher. Zuerst Gekreische und Weglaufen, dann aber verstanden sie und nahmen Sabine in ihr Team auf. Die Jungs holen Wasser in Kanistern zum Tränken des Viehs. Schön, einmal diese ungewöhnliche Arbeitsteilung zu sehen. Am Rande des Dorfplatzes gab es einen kleinen Markt, nur ein Tisch mit Kleidung und ein Gewürzhändler, wo wir natürlich unseren Führer Mohammed nach den verschiedenen Kräutern befragten. Zum Beispiel getrocknete Eukalyptusblätter, die – auf den Kopf gestreut – im heißen Sommer kühlen sollen. Und wir zumindest von hinten ein paar der Frauen in ihrer hübschen, traditionellen Kleidung fotografieren konnten.
Zurück in unserem Domizil gab es Mittagessen und eine Ruhepause, bevor es dann um 16 Uhr zu Isolde ins Café ging. Die geheime Hoffnung von mir war natürlich: werden so früh schon die Musiker da sein? Denn sie sind ja keine professionelle Band, die von Isolde engagiert werden und für Geld spielen, es ist wirklich ein Treffpunkt der jungen Männer, die nur zu ihrer eigenen Freude spielen. Ich hatte schon mal vorgeschlagen, eine Dose für Trinkgeld aufzustellen, aber Isolde will gerade diesen privaten Charakter erhalten. Zunächst aber gab es den köstlichen Fata-Morgana-Kuchen und einen leckeren Capuccino, dann holten ihr Mitarbeiter Ali und Hafid, sein Freund, die Trommeln und sangen dazu. Und wirklich, es dauerte nur wenige Minuten und schon tröpfelte es von draußen, kam einer nach dem anderen hinein, der die Musik hörte und einfach mitmachen wollte. Selbst unsere Truppe bekam Trommeln in die Hand. Flo, unser Jüngster, schloss sich bald dem Kreis der anderen Musiker an und blieb noch, als wir anderen heimfuhren. Als ich dann Isolde und ihn zum Essen abholte, war bei ihnen an Aufhören noch nicht gedacht, in Formation tanzten sie zu ihren eigenen Trommeln.
Es ging zurück in die Kasbah Sahara Services und dort wurden wir dann von unseren „Tuareg“ vom Abend zuvor erwartet. Die Gruppe war noch größer geworden, hatte nur eine elektrische Gitarre und Tamtams und spielte diesmal andere Gesänge. Und dazu tanzten sie in ihrer weiten Gandora, ein magisches Bild. Wieder hielt es keinen von uns auf seinen Füßen und wir klatschten und tanzten.
Aber gut, dass wir bei Isolde Kuchen gegessen hatten, denn von Abendessen war noch keine Spur. Dafür Betriebsamkeit in der Küche und sehr merkwürdige Gerätschaften. Auf einem großen Couscoustopf lag zur Beschwerung ein riesiger Felsbrocken, um den Dampf zurück zuhalten. Aber darin kein Couscous, sondern etliche gefüllte Hühner, die im Dampf gegart wurden und danach noch in eine „Kiste“ kamen, dies war eine Art Gasgrill. Und dazu wurden uns dann ganz köstliche Nudeln serviert, dünne, fast Glasnudeln, die mit sehr leckeren, aber undefinierbaren Zutaten, Nüssen?, überstreut waren. Einfach köstlich.
Zufrieden, müde, satt und glücklich ließen wir den Tag ausklingen. Ich glaube, ich kann nie wieder ein solches Treffen organisieren, denn schon diese ersten beiden Tage werden nicht mehr zu toppen sein. Dank an Abdou, dem Chef von Sahara Services und vor allem an unsere supernetten Teilnehmer.
12.1.
Nach dem Frühstück warteten die Geländewagen auf uns – oder eher wir auf die Geländewagen? Wie auch immer, früher oder später, marokkanische Zeit eben, ging es los. Das heutige Ziel sollte die Nomadenschule sein. Auf holpriger Piste ging es durch die verschiedenen Formen der Wüste, flache Kieswüste, niedrige Dünchen, die Attraktion für die Kamele ist zur Zeit ein riesiges Ruccolafeld, hier fressen sie sich an den saftigen Blättern satt. Und Isolde erntete auch gleich einen Arm voll für ihr Abendessen. Da es schon auf Mittag zuging war die erste Station eine kleine Oase mit frischer, klarer Quelle. Hier wohnt eine Nomadenfamilie mit kleinen Kindern und einige Tourveranstalter haben hier eine Station zum Mittagessen eingerichtet, mit kleiner Küche und schattigen Sitzgelegenheiten. Und zwei hungrigen Katzen und einem Hund. Otto opferte eine Dose Ölsardinen als Vorspeise, denn ihr lautes Miauen war kaum auszuhalten. Nur der Hund war ganz lieb und geduldig, von ihm gab es kein Knurren oder Bellen. Sein Glück, denn ich hätte mich sonst von ihm ferngehalten, aber so entriss ich allen Essern die Knochen, bevor sie den letzten Bissen abnagen konnten. Es gab gegrilltes Hühnchen und leckeren Salat.
Weiter zur Nomadenschule. Die ist in einem Häuschen aus losen Felssteinen untergebracht, aber die Lehrer waren ausgeflogen. Den Unabhängigkeitstag haben sie genutzt, um eine Woche Urlaub zu machen. Naja, wir konnten zumindest die Bänke sehen, die zusammengeschoben am Rand standen. Verstreut leben hier etwa 30 Nomadenfamilien, deren Kinder hier zur Schule gehen und zumindest etwas schreiben und lesen lernen. Eine Familie wohnt gleich nebenan und lud uns dann zum Tee ein. Ein Zelt dient sozusagen als Wohnzimmer, dort nahmen wir Platz und der Hausherr kochte Tee. Seine zwei Frauen wohnen jeweils in einem runden Felssteinhäuschen, es ist jeweils nur ein Raum, der auch für die jeweiligen Kinder reichen muss. Die eine Frau war etwas älter, ihre Kinder nicht da, da sie sie die Tiere in der Wüste hüten mussten. Die Familie hat 30 Ziegen und 10 Kamele, letztere stehen am Erg Chegaga für die Kamelritte der Touristen bereit. Die zweite, jüngere Frau hatte vier kleine Kinder. Und dann gab es noch ein Häuschen für die Küche, dort hat sie uns ein ganz leckeres, gefülltes Fladenbrot gebacken.
Wir wären gerne noch länger geblieben und hätten dem Alltagsleben der Familie zugeschaut, aber der Sonnenuntergang war nicht mehr in weiter Ferne und den wollten wir doch bei den mächtigen Dünen von Chegaga erleben.
Dort ging es sofort auf die Kamele in den Spätnachmittag hinein. Isolde und ich blieben zurück und deshalb kann ich darüber nichts berichten. Wir tranken – endlich mal wieder – Tee. Nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war kamen die anderen zurück. Jeder bekam sein Zelt zugeteilt, wir waren im Luxusbiwak, das heißt, gemütlich eingerichtete Zelte mit Licht und eigenem Bad. Dusche, Chemieklo, alles da. Wenn es nur nicht so kalt wäre. Nach Sonnenuntergang wird es im Winter doch eisig kalt und man scheut sich ein wenig, sich auszuziehen. Lieber einen warmen Trainingsanzug an und die Dusche auf den nächsten Tag verschieben.
Dann wurde ein Feuerchen gemacht, um den Sand zu erhitzen, denn es sollte ein Brot im Sand gebacken werden. Das ist bei den Nomaden nicht nur eine Notwendigkeit, sondern ein geselliges Erlebnis. Sie sitzen ums Feuer, erzählen Geschichten und spielen die Tamtam. So wurde auch für uns Musik gemacht. Und auch das Abendessen, das dann folgte war sehr lecker. Es gab nach einer wärmenden Suppe Tajine mit Rindfleisch und Pflaumen und dazu einen ganz leckeren Couscous. Und danach gings ans große Lagerfeuer.
13.1.
Weckruf um 7 Uhr, denn schließlich wollte ja keiner den Sonnenaufgang versäumen. Das Frühstück danach war für ein Wüstenlager wirklich nicht schlecht, es gab frische in Schmalz gebackene Beignets. Gerhard mit seiner Familie verabschiedete sich hier von uns, er war ja mit einem Geländewagen gekommen und hatte Chegaga auf seinen eigenen vier Reifen erreicht. Er fuhr nun weiter durch die Wüste über den Lac Iriki nach Foum Zguid und zurück nach Marrakech.
Wir anderen waren schon um 10 Uhr wieder zurück in Mhamid, wo jeder sogleich unter die Dusche sprang. Danach gings ans Abschiednehmen. Das fiel nicht ganz leicht, denn die Gruppe hatte sich sehr gut verstanden. Und dennoch, ich glaube, nach so vielen verschiedenartigen Eindrücken in der kurzen Zeit muss nun jeder erstmal ein wenig Ruhe haben, um all das zu verdauen.
1.1.2012
Silvester in Chegaga. Seit Jahren veranstalten meine Freunde von Sahara Services dort eine große Party. Wenn ich auch nicht unbedingt ein Freund von so was bin, so wollte ich mir das doch mal anschauen, um darüber berichten zu können. Es hieß teilweise, dass bis zu 200 Leute dort sein werden und mir graute davor. Zur Sicherheit brachte ich eine Flasche Sekt aus Deutschland mit, der Plan war, um Mitternacht allein auf einer Düne zu sitzen und mit mir anzustoßen.
Zwei Tage vorher kam ein englisches Wohnmobil in die Kasbah, sie wollten evtl. eine Wüstentour buchen. An Bord nicht die typischen Rentner, sondern 5 junge Engländer, darunter zwei Schotten und ein in Südafrika geborener. Zu allem Überfluss hatte der eine Schotte Roma - Vorfahren, war also absolut nicht so, wie ich mir den typischen Schotten vorstelle. Der andere schon eher mit seiner blassen Haus und den hellroten Harren, Gregor McDermot hieß er. Alle zwischen 25 und 30, also ein richtig knackiges Alter. Wir verstanden uns schon an dem Abend prächtig. Ich konnte sie überzeugen, dass es sinnvoll wäre, zwei Nächte in der Wüste zu schlafen und somit die Party mitzumachen.
Am nächsten Abend kamen zwei junge Spanierinnen. Allerdings hören sie das nicht gern, sie bezeichnen sich lieber als Kataloninnen. Und sie sprachen perfekt englisch, was ja selten in Spanien ist. Die eine war Englischlehrerin für Grundschule und Kindergarten und meinte, dass sich das in Zukunft ändern wird, Englisch wird jetzt überall gelehrt. Auch das zwei süße junge Mädchen. Ich konnte auch die davon überzeugen, dass sie die Party mitmachen, was nicht geplant war. Da sie schon früher als ich aufbrachen wies ich sie gleich auf die netten Engländer hin.
Es kam also der Silvestermorgen. Die Mädels und viele andere brachen zunächst mit Kamelen auf, obwohl man Chegaga so natürlich nicht in einem Tag erreicht. Sie sollten später von Geländewagen aufgelesen werden. Ein Wohnmobil aus Hamburg kam angefahren, besetzt mit Mutter, Tochter und zwei Hunden. Die hatte ich schon vorher auf dem Camping Caravan Carrefour kennengelernt. Ich konnte auch sie von der Silvesterparty überzeugen. Abdou muss langsam mal Provision zahlen. Am Nachmittag fuhren wir also mit Abdou in seinem Pickup los.
Abdou hat an den Dünen von Chegaga zwei Camps, ein normales mit Berberzelten und einfachem Sanitärblock und eines mit weißen Zelten, die alle noch ein Babyzelt hinten dran haben mit Bad: Chemieklo, Waschbecken, heiße Dusche. Und Licht. Man glaubts kaum. Breites Doppelbett für mich und das Kamel Ali. Die Hamburger und ich waren in diesem Luxuscamp, die jungen Leute leider nicht. Eine große Bühne war aufgebaut, DJ, Discobeleuchtung, alles da. Der ganze Platz und die umliegenden Dünen waren von Kerzen besetzt, eine traumhafte Kulisse. So wunderschön. Eine Folkloregruppe spielte zum Auftakt, das Feuer wärmte uns.
Und dann kamen sie angebraust, die Geländewagen. Alle Gäste vom anderen Camp. Dem Billigcamp. Genial. So brauchte man nur an einem Platz Musik zu machen und alle konnten zusammen feiern. Laut Abdou waren es 80 Personen zum Essen, mir kam es aber nicht so voll vor, es ist ja auch viel Raum. Aber natürlich zuerst die Begrüßung mit meinen englischen Jungs und den spanischen Mädels, die längst zusammen gefunden hatten. Wir blieben den ganzen Abend zusammen, es war einfach eine unglaubliche Stimmung. Den Schotten konnte ich zunächst überhaupt nicht verstehen mit seinem Slang, aber im Laufe des Abends habe ich mich daran gewöhnt. Und wie wir dann so schön im Zelt saßen, kam ein weiß Gekleideter von der zweiten Folkloregruppe und zog mich mit den beiden Mädels hoch zum Tanzen. Also wer mich kennt, der weiß, wie ungewöhnlich das ist, niemals tanze ich, niemals mache ich was mit. Und ich warf alles über Bord und war locker und vergnügt. Danach legte dann der DJ heiße Platten auf und alle tanzten, auch ich. Die ganze Nacht.
Nein, nicht die ganze. Denn es gab ja auch Essen. Zwei ganze Lämmer wurden gebraten, Mechoui. Dazu gabs Couscous. Die Engländer hatten einen unglaublichen Vorrat an Alkohol, den sie immer nur heimlich nachfüllten. Davon allerdings auch Abdou anboten, und wahrscheinlich gar nicht merkten, dass er ja der Boss von allem ist. Aber Abdou ist da nicht so streng, wenn man auch alles kaufen kann, so hat er doch nichts dagegen, wenn man etwas mitbringt.
Um 23 Uhr kam Hassan, um mir einen Kuss zu geben und Bonne Année zu wünschen. Denn in Deutschland war es ja soweit. Er kündigte aber gleich an, dass er um Mitternacht noch einmal kommen würde. Hassan ist der allerbeste und lustigste Chauffeur, der für Abdou arbeitet und die meisten, die schon Touren bei mir gebucht haben, kennen und schätzen ihn.
Dann aber leuchteten viele Kerzen auf den Dünen in dem Schriftzug 2012. Mitternacht war gekommen. Was dann folgte war einfach unbeschreiblich. Hassan war natürlich der erste, aber danach wurde so viel geküsst und gedrückt wie in meinem ganzen Leben noch nicht. In diesem bunt gewürfelten, internationalen Häufchen wollte jeder jeden umarmen und küssen.
Das schönste an dieser ganzen Nacht war eigentlich die Stimmung. Es war „Eine Welt“, die da gefeiert hat. Menschen von so vielen unterschiedlichen Nationen und alle freundlich und ausgelassen, und keiner maßlos betrunken. Und meine Sektflasche habe ich natürlich mit vielen teilen müssen/dürfen.
Als ich am nächsten Morgen mit meinem siebener Grüppchen zusammen saß, um uns zu verabschieden, wurde genau dies betont, jeder empfand gleich. So schön die Location war, das eigentliche machten die Menschen aus. Abdou hat eine perfekte Organisation, einen perfekten Rahmen geliefert, aber der eigentliche Erfolg des Festes kam von den Teilnehmern selbst.
Ich würde im nächsten Jahr gerne wieder dabei sein!
9.1.
Vom 10. – 13. Januar 2012 sollte dann das Treffen des Saharaforums in Mhamid stattfinden. Schon für den 9.1. hatte sich ein Paar mit Wohnmobil angekündigt. Aber zuvor musste ich mit Abdou dringend nach Marrakech zum Einkaufen und drängte auf eine rechtzeitige Rückkehr, schon um 5.30 Uhr brachen wir auf. Ich schlummerte so vor mich hin, als ich im Dratal mal die Augen aufmachte, sah ich ein deutsches Wohnmobil, das eben auf einen Parkplatz fuhr. Wir unmittelbar dahinter, ich schrie dem Fahrer zu, stopp und sprang hinaus. Man glaubt es nicht, aber es waren Helga und Werner auf dem Weg nach Mhamid. Die ersten waren schon gefunden. Und sie hatten bereits in Agdz ein weiteres Paar getroffen, das zum Treffen wollte.
Weiter gings durch Zagora, wo am Ortsausgang wieder ein Wohnmobil stand, aus Leipzig. Drinnen ein einzelner Herr, der völlig verzweifelt schien und nur schimpfte. Was wollen eigentlich die vielen Kinder auf der Straße, haben Sie die gesehen? Tja, Schule war aus. Ich hatte den Leipziger in Meski bereits getroffen und ihm einen Aufkleber vom Treffen in die Hand gedrückt. Und nun war er den langen Weg von Merzouga in einem Stück durchgefahren, ich hatte den Eindruck, weil er hier auf eine einzelne Dame zu treffen hoffte. Er war zwar nicht angemeldet, aber ich erklärte ihm den Weg nach Mhamid.
Und tatsächlich war er der erste, der ankam, kurz danach Helga und Werner. In der kurzen Zeit, die wir dann zu einem Tee zusammen saßen (wer hat den bestellt?!), stellte er sich als solcher Kotzbrocken heraus, der das ganze Treffen geschmissen hätte. Alles passte ihm nicht. Warum ist die Straße nur einspurig? In Leipzig sind alle zweispurig. Unglaublich, was da alles noch kam. Trotzdem drückte ich ihm ein Programm in die Hand, sagte, er könne gerne kostenlos vor der Kasbah übernachten und sich überlegen, ob er teilnimmt oder nicht. Wenn er nun schon mal den langen Weg extra wegen mir gekommen war. Daraufhin zog er sich in seine Burg zurück und richtete seine Schüssel aus. Als ich am nächsten Morgen vor dem Haus stand setzte sich plötzlich sein Wohnmobil in Bewegung und er fuhr ohne Abschied davon. Seufz, plumps, ein Problem gelöst. Hamdullilah.
10.1.
Ich wollte noch den Stellplatz Iguidi Tours erkunden, der am Beginn der Wüstenpiste liegt und den mir ein Leser als Tipp geschickt hatte. Also lud ich Helga und Werner ins Auto und wir machten uns auf die Suche. Und wurden fündig. Das ist mal was ganz anderes als die immerhin sehr schönen Campingplätze in Mhamid, das ist echtes Wüstenfeeling. Zu Beginn 2 km holprige Piste, aber kein Sand. Zu fahren von Wohnmobilen, die sich so was zutrauen. Dann kommt man zu einem wirklich bezaubernden Örtchen, umgeben von niedrigen Sanddünen. Eine große, harte Ebene fasst sicher 20 Gefährte, dazu gehört ein gemütliches, liebevoll eingerichtetes Haus, in dem man auch einfache Zimmer mieten kann, sowie eine Biwakanlage, wo man in Zelten schläft. Der Sanitärblock ist gleich beim Stellplatz und sauber gekachelt, das Duschwasser wird mit Holz geheizt. Ganz besonders hat mir aber der herzliche Empfang gefallen. Die Onkel und Neffen sind noch sehr traditionell, nicht westlich verfärbt, kochen den Tee über einem Holzfeuer und sind sehr nett. Ich denke, hier ein paar Tage zu bleiben ermöglicht einen tollen Einblick in das einfache Leben der Menschen. Und die vielen Musikinstrumente ließen auf gemütliche Abende schließen.
Zurück in der Kasbah erstmal Enttäuschung, was, kein anderes Wohnmobil da? Doch als ich sehr genau schaute, stand da das winzige Gefährt von Sabine und Otto. Das soll ein Wohnmobil sein? Aber Sabine zeigte uns stolz das Innere des Peugeots, ja, alles drin, Bett, Küche, Kühlschrank, alles auf kleinstem Raum und funktionell. Natürlich keine Nasszelle.
Als nächstes kam ein Geländewagen mit Luise, Sigrid, Gerhard und Flo. Und als letzte dann das Wohnmobil, das schon in Adgz gesichtet worden war. Die Truppe war zusammen, rechtzeitig für 15 Uhr, denn da hatte ich eine Überraschung angekündigt.
Jungen und Mädchen wurden getrennt, ich hatte mir das als guten Einstieg gedacht, um sich besser kennenzulernen. Während die Mädels ziemlich schnell rausbekamen, dass es in die Hammam gehen sollte, hatten die Jungs keinen blassen Dunst, was ihnen bevorstand, aber waren für alles bereit. Und als wir dann im Dar Azawad ankamen und sie erfuhren, dass es auf Quads in den großen „Sandkasten“ gehen sollte, da hättet ihr mal sehen sollen, wie ihre Augen geleuchtet haben. Noch keiner hatte so was je gemacht, aber alle hatten es sich insgeheim gewünscht. Leider konnte ich nicht dabei sein und zuschauen, aber als wir abends wieder vereint waren, war klar, das war das Highlight ihrer bisherigen Reise. Ja, Umwelt und so. Alles richtig. Aber einmal sich austoben ist doch auch schön.
Aber auch den Frauen gefiel es in der Hammam. Während die Vierer-Gruppe gerade von einer Hochzeitsfeier in Fes kam und mit der Brautgesellschaft bereits eine traditionelle Hammam besucht hatte, war dies für die anderen neu und auch hier gab es nur Begeisterung.
Zurück in der Kasbah musste ich mal wieder, wie schon den ganzen Tag über, meine Stippvisite in der Küche machen. Mhamid ist nicht unbedingt ein kulinarisches Highlight, und nachdem ich drei Wochen lang immer den gleichen Salat, immer Orangen als Nachtisch bekommen hatte, wollte ich endlich mal ein wenig Pep in die Küche bringen. Mit dem Koch zusammen bereitete ich also verschiedene Salate und einen Obstsalat für den Abend vor, aber der Rest machte der Koch schon selbst. War schön mit ihm zu arbeiten.
Das Essen lief dann erwartungsgemäß gut ab, aber dann kam noch eine weitere Überraschung, eine Musikgruppe, von der selbst ich nichts wusste. Und die ich so auch noch nicht erlebt hatte. Natürlich habe ich schon viele Musikabende in der Wüste erlebt, wo die Trommeln und Kastagnetten gespielt werden, aber hier kamen mit Gesichtsschleier verhüllte Tuareg mit elektrischer Gitarre und Verstärker. Schon ein wenig überraschend. Aber sie haben mich überzeugt. Sie sangen die traditionellen Lieder der blauen Männer in der Berbersprache, die natürlich vom Leben und der Liebe handeln und am Ende hielt es Keinen auf seinem Stuhl.
11.1.
Musik, Musik, Musik. Ich glaube, das ist das Hauptmotto dieses Treffens. Aber wir sind ja auch in Mhamid, der Stadt der Sahraouies, der „Blauen Männer“. Hier ist die Musik besonders wichtig. Ich habe in meinem Reisehandbuch geschrieben:
Die Gesänge und die Tänze der Sahraouies drücken ihre Gedanken und Vorstellungen aus, die Hoffnungen der Künstler und ihren Durst nach Freiheit und Unterhaltung. Es gibt fünf Hauptrhythmen und jeder ist die Spiegelung der Seele und des Lebens, der Gefühle von Liebe, von Freuden oder von Leiden, der Arbeit, der Ereignisse und der Umwelt. Ein Rhythmus ist langsam und bedächtig wie der Gang des Dromedars, es gibt einen fröhlichen Rhythmus für Feste und Hochzeiten, melodische Gesänge der Frauen, die allein bei den Zelten zurück geblieben sind…
Doch zunächst ging es mit einem lokalen Führer zu dem ursprünglichen Mhamid, zu der tief im Palmenhain versteckten Kasbah. Dieses Dorf wurde im 16. Jahrhundert von den Aarib, einem Beduinenstamm aus dem Jemen gegründet, sie führten einen lebhaften Karawanenhandel mit den nordafrikanischen und subsaharischen Ländern. Obwohl heute viele Familien in das moderne neue Zentrum diesseits des Dra gezogen sind, wo es Schulen und bessere Versorgung gab, ist der alte Ksar dennoch bewohnt. Wir schlenderten durch die engen, überdachten Gassen und sahen viele Frauen in ihren bunt bestickten, schwarzen Tüchern. Diese Muster stellen meist die Elemente dar, die ihr Lebensinhalt sind, in der Mitte linienförmig angeordnet der Verlauf des Dra mit seinen Oasen, darum gruppiert Symbole für Zelte, Kamele, Sonne und Sterne. Wir besuchten die erstaunlich große, alte Moschee mit einem tiefen Ziehbrunnen. Hier ist sogar ein großer Wasserkessel, in dem im Winter das Wasser zum Waschen vor dem Gebet erhitzt werden konnte. Wir bestiegen das Minarett und konnten bis über den Palmenhain schauen.
Vor dem Dorf spielten die Mädchen (!) Fußball. Sabine gleich hinterher. Zuerst Gekreische und Weglaufen, dann aber verstanden sie und nahmen Sabine in ihr Team auf. Die Jungs holen Wasser in Kanistern zum Tränken des Viehs. Schön, einmal diese ungewöhnliche Arbeitsteilung zu sehen. Am Rande des Dorfplatzes gab es einen kleinen Markt, nur ein Tisch mit Kleidung und ein Gewürzhändler, wo wir natürlich unseren Führer Mohammed nach den verschiedenen Kräutern befragten. Zum Beispiel getrocknete Eukalyptusblätter, die – auf den Kopf gestreut – im heißen Sommer kühlen sollen. Und wir zumindest von hinten ein paar der Frauen in ihrer hübschen, traditionellen Kleidung fotografieren konnten.
Zurück in unserem Domizil gab es Mittagessen und eine Ruhepause, bevor es dann um 16 Uhr zu Isolde ins Café ging. Die geheime Hoffnung von mir war natürlich: werden so früh schon die Musiker da sein? Denn sie sind ja keine professionelle Band, die von Isolde engagiert werden und für Geld spielen, es ist wirklich ein Treffpunkt der jungen Männer, die nur zu ihrer eigenen Freude spielen. Ich hatte schon mal vorgeschlagen, eine Dose für Trinkgeld aufzustellen, aber Isolde will gerade diesen privaten Charakter erhalten. Zunächst aber gab es den köstlichen Fata-Morgana-Kuchen und einen leckeren Capuccino, dann holten ihr Mitarbeiter Ali und Hafid, sein Freund, die Trommeln und sangen dazu. Und wirklich, es dauerte nur wenige Minuten und schon tröpfelte es von draußen, kam einer nach dem anderen hinein, der die Musik hörte und einfach mitmachen wollte. Selbst unsere Truppe bekam Trommeln in die Hand. Flo, unser Jüngster, schloss sich bald dem Kreis der anderen Musiker an und blieb noch, als wir anderen heimfuhren. Als ich dann Isolde und ihn zum Essen abholte, war bei ihnen an Aufhören noch nicht gedacht, in Formation tanzten sie zu ihren eigenen Trommeln.
Es ging zurück in die Kasbah Sahara Services und dort wurden wir dann von unseren „Tuareg“ vom Abend zuvor erwartet. Die Gruppe war noch größer geworden, hatte nur eine elektrische Gitarre und Tamtams und spielte diesmal andere Gesänge. Und dazu tanzten sie in ihrer weiten Gandora, ein magisches Bild. Wieder hielt es keinen von uns auf seinen Füßen und wir klatschten und tanzten.
Aber gut, dass wir bei Isolde Kuchen gegessen hatten, denn von Abendessen war noch keine Spur. Dafür Betriebsamkeit in der Küche und sehr merkwürdige Gerätschaften. Auf einem großen Couscoustopf lag zur Beschwerung ein riesiger Felsbrocken, um den Dampf zurück zuhalten. Aber darin kein Couscous, sondern etliche gefüllte Hühner, die im Dampf gegart wurden und danach noch in eine „Kiste“ kamen, dies war eine Art Gasgrill. Und dazu wurden uns dann ganz köstliche Nudeln serviert, dünne, fast Glasnudeln, die mit sehr leckeren, aber undefinierbaren Zutaten, Nüssen?, überstreut waren. Einfach köstlich.
Zufrieden, müde, satt und glücklich ließen wir den Tag ausklingen. Ich glaube, ich kann nie wieder ein solches Treffen organisieren, denn schon diese ersten beiden Tage werden nicht mehr zu toppen sein. Dank an Abdou, dem Chef von Sahara Services und vor allem an unsere supernetten Teilnehmer.
12.1.
Nach dem Frühstück warteten die Geländewagen auf uns – oder eher wir auf die Geländewagen? Wie auch immer, früher oder später, marokkanische Zeit eben, ging es los. Das heutige Ziel sollte die Nomadenschule sein. Auf holpriger Piste ging es durch die verschiedenen Formen der Wüste, flache Kieswüste, niedrige Dünchen, die Attraktion für die Kamele ist zur Zeit ein riesiges Ruccolafeld, hier fressen sie sich an den saftigen Blättern satt. Und Isolde erntete auch gleich einen Arm voll für ihr Abendessen. Da es schon auf Mittag zuging war die erste Station eine kleine Oase mit frischer, klarer Quelle. Hier wohnt eine Nomadenfamilie mit kleinen Kindern und einige Tourveranstalter haben hier eine Station zum Mittagessen eingerichtet, mit kleiner Küche und schattigen Sitzgelegenheiten. Und zwei hungrigen Katzen und einem Hund. Otto opferte eine Dose Ölsardinen als Vorspeise, denn ihr lautes Miauen war kaum auszuhalten. Nur der Hund war ganz lieb und geduldig, von ihm gab es kein Knurren oder Bellen. Sein Glück, denn ich hätte mich sonst von ihm ferngehalten, aber so entriss ich allen Essern die Knochen, bevor sie den letzten Bissen abnagen konnten. Es gab gegrilltes Hühnchen und leckeren Salat.
Weiter zur Nomadenschule. Die ist in einem Häuschen aus losen Felssteinen untergebracht, aber die Lehrer waren ausgeflogen. Den Unabhängigkeitstag haben sie genutzt, um eine Woche Urlaub zu machen. Naja, wir konnten zumindest die Bänke sehen, die zusammengeschoben am Rand standen. Verstreut leben hier etwa 30 Nomadenfamilien, deren Kinder hier zur Schule gehen und zumindest etwas schreiben und lesen lernen. Eine Familie wohnt gleich nebenan und lud uns dann zum Tee ein. Ein Zelt dient sozusagen als Wohnzimmer, dort nahmen wir Platz und der Hausherr kochte Tee. Seine zwei Frauen wohnen jeweils in einem runden Felssteinhäuschen, es ist jeweils nur ein Raum, der auch für die jeweiligen Kinder reichen muss. Die eine Frau war etwas älter, ihre Kinder nicht da, da sie sie die Tiere in der Wüste hüten mussten. Die Familie hat 30 Ziegen und 10 Kamele, letztere stehen am Erg Chegaga für die Kamelritte der Touristen bereit. Die zweite, jüngere Frau hatte vier kleine Kinder. Und dann gab es noch ein Häuschen für die Küche, dort hat sie uns ein ganz leckeres, gefülltes Fladenbrot gebacken.
Wir wären gerne noch länger geblieben und hätten dem Alltagsleben der Familie zugeschaut, aber der Sonnenuntergang war nicht mehr in weiter Ferne und den wollten wir doch bei den mächtigen Dünen von Chegaga erleben.
Dort ging es sofort auf die Kamele in den Spätnachmittag hinein. Isolde und ich blieben zurück und deshalb kann ich darüber nichts berichten. Wir tranken – endlich mal wieder – Tee. Nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war kamen die anderen zurück. Jeder bekam sein Zelt zugeteilt, wir waren im Luxusbiwak, das heißt, gemütlich eingerichtete Zelte mit Licht und eigenem Bad. Dusche, Chemieklo, alles da. Wenn es nur nicht so kalt wäre. Nach Sonnenuntergang wird es im Winter doch eisig kalt und man scheut sich ein wenig, sich auszuziehen. Lieber einen warmen Trainingsanzug an und die Dusche auf den nächsten Tag verschieben.
Dann wurde ein Feuerchen gemacht, um den Sand zu erhitzen, denn es sollte ein Brot im Sand gebacken werden. Das ist bei den Nomaden nicht nur eine Notwendigkeit, sondern ein geselliges Erlebnis. Sie sitzen ums Feuer, erzählen Geschichten und spielen die Tamtam. So wurde auch für uns Musik gemacht. Und auch das Abendessen, das dann folgte war sehr lecker. Es gab nach einer wärmenden Suppe Tajine mit Rindfleisch und Pflaumen und dazu einen ganz leckeren Couscous. Und danach gings ans große Lagerfeuer.
13.1.
Weckruf um 7 Uhr, denn schließlich wollte ja keiner den Sonnenaufgang versäumen. Das Frühstück danach war für ein Wüstenlager wirklich nicht schlecht, es gab frische in Schmalz gebackene Beignets. Gerhard mit seiner Familie verabschiedete sich hier von uns, er war ja mit einem Geländewagen gekommen und hatte Chegaga auf seinen eigenen vier Reifen erreicht. Er fuhr nun weiter durch die Wüste über den Lac Iriki nach Foum Zguid und zurück nach Marrakech.
Wir anderen waren schon um 10 Uhr wieder zurück in Mhamid, wo jeder sogleich unter die Dusche sprang. Danach gings ans Abschiednehmen. Das fiel nicht ganz leicht, denn die Gruppe hatte sich sehr gut verstanden. Und dennoch, ich glaube, nach so vielen verschiedenartigen Eindrücken in der kurzen Zeit muss nun jeder erstmal ein wenig Ruhe haben, um all das zu verdauen.
Gute Fahrt
Edith
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14 Jahre 5 Monate her - 14 Jahre 5 Monate her #112459
von Edith
Gute Fahrt
Edith
Edith antwortete auf Die letzte Marokkofahrt mit meinem Pickup 2011/2012
und hier der Rest...
14.1.
Es war nicht leicht, sich nach 3 Wochen Mhamid davon zu lösen. An die Dünen von Tinfou hatte ich immer gute Erinnerungen. Schon vor 25 Jahren gab es dort ein Zelt, wurden Kamelritte und Teppiche angeboten. Trotzdem hatte man mir damals auf Wunsch meine Ruhe gelassen, als ich versprach, danach zum Tee vorbei zu kommen. Und mit Hassan von damals bin ich noch heute befreundet, wenn er auch nicht mehr hier wohnt. Seit über einem Monat schleppe ich nun eine Flasche Whiskey mit mir herum und heute ist der Tag. Ich kaufte eine Flasche Coca in Tagounit und bestieg damit und einer Packung Datteln die große Düne. Ein Kamelreiter kam nahe, gab es aber auf, nachdem ich nicht reagierte. Einfach nur schön, hier zu sitzen und in die Weite zu schauen.
Und dann fuhr ich zum Zelt. Man lud mich – wie erwartet – zum Tee und zu den Resten ihres Tajine. Und es dauerte nicht lange, bevor wir alte Erinnerungen austauschten, von Leuten erzählten, die wir alle vor 25 Jahren kannten. Ich glaube, das wichtigste Merkmal des Alters ist die Lust, in Erinnerungen zu schwelgen. Nach dem „Whiskey berbère“ gab es den „Whiskey allemande“. Ich versprach, am nächsten Tag noch einmal vorbei zu kommen.
Nun bin ich im Hotel Perle de Draa bei meinem guten Freund Hassan. Und sofort bin ich mit ihm zusammen abends zum Essen eingeladen, in einem wunderschönen Riad im Palmenhain von Amezrou.
Ach, es ist schön, wieder allein zu reisen. So schön es auch vorher in Mhamid und mit der Gruppe war. Nur wie ich mich wieder zu Hause ins Arbeitsleben einordnen soll, das weiß ich noch nicht.
17.1.
Viel ist wieder passiert die letzten Tage und ich komme kaum zum Schreiben. Schon im Sommer hatte ich eine Email bekommen von einem Hotelbesitzer in Zagora, er wollte auf sein neues Riad Dar Sofian aufmerksam machen. Nun endlich fand ich die Zeit, mir das anzuschauen. Also, einfach ein Traum! Aber noch überraschender war, dass ich den Besitzer kenne. In meinem allerersten Marokkourlaub habe ich von seinem Bruder, der damals die erste Autovermietung in Ouarzazate hatte, einen R4 gemietet. Die Familie hat dann mehrere Hotels gebaut, alle mit dem Namen Kasbah Asmaa, es sind jeweils sehr schöne Häuser. Einer der Brüder, Moulay Slimane, hatte sich im Palmenhain von Zagora ein wunderschönes Privathaus gebaut. Nachdem der Sohn nun in Marrakech zur Schule geht und die Familie dorthin umzog, hat er dieses Haus als exquisites Gästehaus mit nur 10 Zimmern ausgebaut. Alles superschön, blendend sauber und vor allem warm im kalten Wüstenwinter. Er lud mich gleich ein, die Nacht zu bleiben und wir speisten zusammen. Dabei kam sogar der Gedanke auf, später hier zu arbeiten. Na, sehen wir mal!
Am nächsten Tag wollte ich die Piste Zagora – Tasla – Taznakht fahren und dann weiter nach Ait Benhaddou. Dann wieder ins Dar Sofian zurück. Aber erstens kommt es anders … Ich fand die Piste einwandfrei, aber nach 20 km stand ich vor einem tiefen Oued voll riesiger Felsbrocken. Auto abgestellt, zu Fuß hinunter. Absolut kein Durchkommen, hier müsste zunächst ein Bagger durch. Also wieder zurück und in Zagora noch ein paar Plätze angeschaut. Mit dem jungen Mann vom Camping Oasis kam ich ins Gespräch, er bestätigte, dass die Piste im Jahr 2009 durch schwere Regenfälle zerstört worden ist und seitdem nicht wieder aufgebaut wurde. Sie wird halt für nichts benötigt, das Minenstädtchen Bleida wird von Norden her erreicht. Auf dem Camping Oasis saßen Helga und Werner gemütlich vor ihrem Wohnmobil und gaben mir Sabines Brille, die sie in Chegaga vergessen hatte.
Wieder zurück ins Riad Dar Sofian steht auf dem Parkplatz ein Unimog aus Deutschland. Aha, ich bin also nicht mehr allein im Hotel. Vier Deutsche sind mit zwei Unimogs unterwegs, aber einer ist kaputt. Also wird hier mal ein wenig Luxus genossen, bis der aus Deutschland mitsamt Ersatzteilen eingeflogene Mechaniker da ist.
Tja, und ich soll eigentlich heute weiter. Zwar möchte ich noch einen Tag in Zagora bleiben, aber in einem anderen Hotel wohnen. Aber wie soll ich mich nur aus diesem Paradies lösen?
18.1.
Seit ich in Marokko bin habe ich doch wirklich etliche Kilo zugelegt, gut, dass es hier keine Waage gibt. Hier geht wirklich nichts ohne essen; und ein nein wird nicht akzeptiert. Ich wollte nur nach Tamegroute, um Keramik einzukaufen. Hatte dort auf der Durchfahrt sehr schöne rechteckige Teller aus der grünen Keramik gesehen. Aber bevor ich den Preis verhandeln konnte musste ich erst mit hoch zur Familie, das Mittagessen stand bereit, und der Händler (den ich schon vorher an der Düne von Tinfou getroffen hatte), Ehefrau, Großmutter und die zwei großen Söhne speisten mit mir. Mit Handeln war dann nicht viel, wegen der alten Freundschaft. Ich solle geben, was ich meine. Ich hasse das. Handele eigentlich lieber bis aufs Messer mit jemand, den ich nicht kenne. Nun ja, ich sagte meinen Preis, sie haben akzeptiert und ich hab alles in meine Kiste packen lassen.
Wie soll man bei einem solchen Frühstück für nur eine Person abnehmen!?
und hier der Unimog mit Mannschaft
21.1.
Zwei Nächte war ich nun in der Oase Tighmart bei Gouelmim. Die hat sich ganz schön gemacht. Früher fuhren Touristen kaum dorthin, und wenn, dann nur auf die alte Geschichte von dem Karawanenführer, der dort angeblich Station gemacht hat und bei dem man Mehl gegen alten Silberschmuck tauschen könnte. Heute in Zeiten des Internet und der schnellen Informationsverbreitung greifen solche Scams nicht mehr, aber ich weiß noch gut, wie in den 80ern viele darauf hineingefallen sind und die Oase irgendwie in Verruf geraten war.
Das ist heute lange vergessen. Die erste, die dort ein Gästehaus eröffnet hat, war die Französin Saliha, mit ihrem Maison Saharienne. Dann gab es noch zwei Campingmöglichkeiten, aber so richtig war das nichts. Das hat sich nun komplett geändert. Für Hotelreisende kann ich nun ganz sehr das Maison Nomades empfehlen, ein absolut liebenswertes Plätzchen unter der Leitung des netten Brahim, und es war total ausgebucht.
Heute früh ging es dann zunächst zum berühmten Kamelmarkt von Guelmim. Mein Gott, was hat sich der geändert seit meinem letzten Besuch in den 90ern! Kamele sucht man hier vergebens, auch das sonstige Angebot ist bei weitem nicht mehr so traditionell. Dennoch unbedingt sehenswert schon wegen der interessanten Menschen und der Fotos, die ich ziemlich unbelästigt schießen konnte. Es hatten übrigens auf dem großen Parkplatz zahlreiche Wohnmobile geparkt.
Und nun bin ich in El Ouatia. Hier habe ich mir die Plätze Sables d’Or und Atlantica angeschaut. Beide gefallen mir ganz gut, vielleicht Sables d’Or etwas besser. Und dort habe ich mir auch ein Zimmerchen genommen. Ist alles sehr sauber. Hier gibt es viele Standplätze, die den direkten Blick zum Meer haben und es ist auch noch etwas Platz. Auch das Wetter ist hier sehr schön, war warm heute und jetzt am Abend immer noch nicht zu kalt.
24.1.
Ach, was geht es mir doch so gut! Sitze hier in einer herrlichen Hotelanlage in der Sonne und lasse mich verwöhnen. Habe gestern die unendlich weite Strecke von Sidi Ifni bis nach Mirleft geschafft, und als ich hier diese Anlage besichtigte und der Inhaber mich einlud, da konnte ich wirklich nicht nein sagen. Es ist wunderschön.
Dann geht es weiter nach Tiznit. Hier will ich mir ein Hotel anschauen, das mir von einem Bericht im Internet aufgefallen war. Dieses Hotel sollte nun neu von einer Französin übernommen worden sein und es wurde empfohlen. Also nichts wie hin. Es liegt an dem großen Rondell vor dem Stadtzentrum, wo es sowohl zum Campingplatz als auch nach Tafraoute abgeht.
Das Mauritania stammt noch aus der französischen Kolonialzeit und ist ganz typisch für diese Hotels, an denen kaum was verändert wurde. Es ist nur klein, mit einfachen Zimmern, aber alle mit Bad, aber das wichtigste, es verfügt über eine Alkohollizenz. Das ist ganz seltsam in Marokko, wenn ein Hotel diese Lizenz mal hat, und das tun die kleinen französischen meist, dann behalten sie die auch ein Leben lang. Ich denke z.B. an das kleine, ziemlich heruntergekommene Chez Mimi an der Tichka-Strecke oder das Chez Juju in Oukaimeden. Wenn dagegen ein neues Hotel diese Lizenz beantragt, dann gibt es meist viele Probleme und lange Wartezeiten.
Ich war echt überrascht. Wie alle diese alten Hotels wurde auch hier an der Bausubstanz nichts verändert, aber die Betten sind neu, alles neu und hübsch gestrichen und nett eingerichtet mit bunten Decken. Die Flure angenehm gestaltet, so dass man sich dort auch hinsetzen kann. Aber das Überwältigendste ist der Preis, ich musste dreimal fragen. Ein Doppelzimmer, es ist immerhin mit Bad, hat warme Duschen, kostet 80 DH! Kaum zu glauben. Ich würde den Preis mal sofort aufs dreifache erhöhen. Und zum Haus gehört ein abgeschlossener Parkplatz.
Aber das war noch nicht alles. Das wichtigste ist das Restaurant unten. Zwar gibt es auch nach hinten raus eine Bar, die viel von Einheimischen besucht wird, aber die stört nicht. Das Restaurant bietet einfache marokkanische Küche, Brochette für 35 DH, Tajine für 45 DH, und ist schon deshalb der Renner für Gäste des nahe gelegenen Campingplatzes. Aber der Clou sind die Alkoholpreise. Eine Flasche Wein dazu kostet nur 60 DH. Das ist kaum mehr als im Marjane. Und Karim, der freundliche Zubringer, steht unermüdlich vor dem Haus und lotst die Gäste herein, wer zum zweitenmal kommt wird schon mit einem Küsschen als alter Freund begrüßt. Es ist echt der Renner unter den französischen Campinggästen.
Aber es gibt noch einen weiteren Höhepunkt. Jeden Sonntagmittag findet hier ein großes Couscousessen statt, es kostet 80 DH und ist untermal von einem Akkordeonspieler. Es sollen sich mehr als 100 Gäste in dem kleinen Restaurant drängen.
So, nun geht’s weiter nach Sidi Rbat zu dem Hotel La Dune von Peter. Vor 26 Jahren war ich zum erstenmal in Sidi Rbat, das damals nur auf einer sehr sandigen Piste zu erreichen und eine echte Hochburg für Kiffer war, die in einer sehr primitiven Strandunterkunft hausten. Aber es war ein magischer Ort und ich blieb eine Woche, länger dauerte mein Urlaub nicht mehr. Ich kam zwar noch einmal zurück, aber die Anlage wurde bald geschlossen, zuviele Probleme mit der Polizei. Dann wurde dort das Hotel Ksar Massa gebaut, mit absolut überteuerten Preisen. Damit war Sidi Rbat für mich gestorben.
Vor knapp 2 Jahren hat dann der deutsche Afrikafahrer Peter Kohle, der ebenfalls Sidi Rbat aus den Anfangsjahren kannte, dort ein Grundstück gekauft und seinen Traum verwirklicht. Nach den üblichen Problemen mit der marokkanischen Verwaltung ist das Hotel La Dune nun mit allen Genehmigungen geöffnet. Es ist sehr schön und vor allem kostet es nur die Hälfte von Ksar Massa. Ich bin gerade dort, sitze auf meiner Terrasse und schaue übers Meer.
Aber was das beste ist, es gibt nun eine neue Asphaltstraße direkt ins Dorf, und von dort sind es keine 100 m gute Piste bis zu La Dune und zum herrlichen Sandstrand. Viele Fischer haben hier ihre Hütten in den Kalkfelsen gegraben und man kann ihnen bei ihrer Arbeit zusehen. Auch zum Surfen eignet sich die Stelle hervorragend.
25.1.
Bin von Sidi Rbat Richtung Agadir gefahren. Regen. Und wie! Seit Anfang Dezember habe ich keinen mehr gesehen. Und irgendwie hätte ich auch keinen gebraucht. Die Natur hier schon. Über Agadir hingen dunkle Wolken. Und es dauerte nicht lange, da schüttete es aus allen Wolken. Da macht die Besichtigung von Campingplätzen wenig Spaß. Ich fuhr am gut gefüllten Stadtcamping vorbei und ebenso an der „Platte“. Die war doch erst vor ein paar Tagen spektakulär geräumt worden, aber es standen schon wieder etliche Fahrzeuge dort. Ist halt auch ein schönes Plätzchen.
Weiter gings nach Aourir. Denn alle hatten mir schon davon erzählt, dass es dort einen neuen Campingplatz gäbe. Er liegt im Paradise Valley, was bei dem Regen nicht besonders schön ist. Und der Lehmboden des Platzes ist auch noch nicht gefestigt und glitschig, zack, da lag ich auch schon am Boden. Alles verdreckt, alles verschlammt, ach, wie steigt doch die Laune. Den Platz hat ein Marokkaner aufgebaut, der 38 Jahre in Deutschland lebte und dort im Tourismus arbeitete. Nun ist er in Rente und hat diesen Platz gebaut. Es ist zu weit zum Meer, aber dennoch hat er hier schon gute Belegung. Manche schätzen die ruhige Natur. Und die Gäste schätzen den persönlichen Empfang, hier ist es nicht so anonym und geschäftsmäßig wie im AP und Ableger. Auch dieser Platz hat alles, was man braucht, ist aber noch im Aufbau. Die zwei großen Sanitärblöcke sind super gefliest und sehr sauber, trotz Regen. Es gibt Waschmaschine und der Piscine ist fast fertig. Das Restaurant noch nicht. Eine deutsche Familie hat sich hier schon häuslich niedergelassen und gleich für die nächsten Winter gebucht, überhaupt sind relativ viele Deutsche hier.
Wegen dem starken Regen quartiere ich mich in einen der Bungalows ein, sie haben Schlafzimmer, Wohnküche und Bad. Hintergrund ist, dass wohl einige Campinggäste auch mal die Familie für ein paar Tage kommen lassen wollen, die können dann hier schön wohnen. Und nun warte ich auf das Ende des Regens und darauf, dass hier nicht der ganze neue Platz abrutscht.
26.1.
Der Tag beginnt mit Sonne. Wie schön. Dennoch, der Matsch ist noch da und ich freue mich wegzukommen. Es geht nach Agadir, ich habe mich im Hotel Tivoli einquartiert. Hab es zufällig gewählt, aber es gefällt mir ganz gut. Hier werde ich mal zwei Tage Urlaub machen, richtig Urlaub und nicht arbeiten, keine Campingplätze anschauen. Mein Zimmer ist nicht schlecht. Geräumig, mit Sitzecken und Balkon mit Tisch und zwei Stühlen. Habe zwei Nächte vorausbezahlt und werde mal sofort auf drei verlängern. Wenn man immer nur rumreist, immer nur aus dem Koffer lebt, dann braucht man das mal, ein klein wenig Urlaub.
Von der Wüste nach Agadir - das ist ein Unterschied. Wenn ich nach Marokko fahre dann will ich die Fremde, das Abenteuer, die netten Menschen mit ihrer Gastfreundschaft, die fantastische Landschaft, jeden Tag ein neues, aufregendes Erlebnis.
27.1.
Habe heute einen Spaziergang auf der neuen Strandpromenade gemacht. Sie ist schon sehr schön angelegt. Wenn man hier spazieren geht könnte man sich auch an der Cote d’Azur oder in Spanien wähnen. Obwohl – in Spanien wäre man von Hochhäusern eingekreist, hier nicht. Auch das Wetter ist wundervoll. Auf der Anzeige einer Bank steht 16 Grad. Kann ich kaum glauben. Zumindest in der Sonne ist es viel wärmer und am Strand liegen einige Hartgesottene im Badeanzug. Auch den McDonald oder PizzaHut am Strand weiß ich durchaus zu schätzen, nachdem ich heute bei einem marokkanischen Laden eine Pizza gegessen habe, klitschig und geschmacklos. Bei PizzaHut weiß man wenigstens, was man bekommt. Ich kann Agadir für Strandurlauber durchaus empfehlen.
30.1.
Ein Vierteljahrhundert Marokko und ich war noch nie auf dem Montagssouk von Taliouine! Von meinem Zimmerfenster im Hotel Safran sehe ich die Lieferwagen in langer Schlange die wasserhaltige Furt durchqueren und weiß, heute ist Souk. Also nicht wie hin. Einerseits habe ich natürlich etwas versäumt, ihn noch nie gesehen zu haben, andererseits aber auch nicht. Ich kenne viele schöne Souks, ich denke nur an Zagora oder Rissani, aber sie haben sich im Verlauf der Jahrzehnte doch sehr verändert. Ich möchte aber mal behaupten, in Taliouine ist alles beim alten geblieben, gibt es keine Souvenirverkäufer, die den Touristen überteuerten Schmuck andrehen oder vermischtes Safran zu überhöhten Preisen anbieten. Außer den Transportmitteln, mit denen die Bauern zum Souk kommen – heute kleine Lieferwagen statt Maultiere – ist hier die Zeit stehen geblieben. Hier gibt es keinerlei Angebote eigens für Touristen, hier werden die Dinge verkauft, die der Bergbauer braucht. Wassereimer aus Autoreifen, ebenso Sandalen, Ackergeräte, Sättel für die Maultiere, Tajinetöpfe, natürlich Lebensmittel und Gemüse, lebende Hühner und Küken, Ziegen und Schafe. Großhändler sitzen vor kleinen Waagen, um das Safran zu verkaufen. Hier wird es nicht grammweise angeboten. Und selbst die zwei Stände mit Silberschmuck sind dicht belagert von Berberfrauen, die entweder ihren Schmuck verkaufen, um Geld zum Leben zu erhalten, oder sich ein neues Stück leisten. Ich kaufe mir einen Eimer aus Autoreifen, 30 DH, als Blumenkübel für die Terrasse und komme dann zu einem Mann, der Öl in Wasserflaschen anbietet. Ich weiß nicht genau, wie viel die Flasche fasst, sind es 0,7 oder 1 l, ich frage, ob es Arganöl ist, er sagt ja und zeigt einen 100-DH-Schein. Ich riskiere es, habe keine Ahnung, ob es eine gute Qualität ist. Aber der Markt hier kommt mir einfach echt vor, keine Touristenabzocke und so kaufe ich es. 100 DH war ja auch der Preis, den mir Hamid aus Agadir genannt hat.
Ach, es gefällt mir hier so gut, ich möchte überhaupt nicht mehr weg. Es ist schon Mittag, als ich mich endlich losreißen kann. Schon in der Auberge Safran am Morgen hatte ich Fotos gesehen von der herrlichen Umgebung und wäre gerne noch geblieben, aber nein, weiter geht’s im Dienste meiner Leser. Das nächstemal, in’challah.
Auch die nächste Etappe ist eine Augenweide. Es geht zunächst von Taliouine entlang der Hauptstraße N10, wo die Mandelbäume in voller Blüte stehen. Und in Taznakht will ich dann die neue Straße durch das Tal des Oued Ait Douchen fahren, die Martin als Geheimtipp bezeichnet hat. Laut den Einheimischen sollte dort die Asphaltierung im Gange sein. Aber ganz so war es nicht. Die komplette Piste ist geschoben und für den Asphalt vorbereitet, aber weitere Arbeiten sind nicht im Gang. Dennoch kann sie bereits jetzt von allen Fahrzeugen gefahren werden. Hier ist weder Bodenfreiheit noch 4x4 nötig, aber ein Fahrer, der sich auch mal ein wenig Wellblech zutraut. Alles in allem ist die 70 km lange Strecke aber sehr gut zu fahren. Und das Flusstal ist einfach herrlich. Ali und ich haben dort erstmal ein Päuschen gemacht und leckeren Erdnüsse vom Souk in Taliouine gegessen.
3.2.
Nun bin ich in Marrakech, nachdem ich in Skoura, Ait Benhaddou und Telouet war. Aber nichts wirklich berichtenswertes dort erlebt habe. Nach zwei Monaten im ruhigen Süden wirkt die Stadt sehr hektisch und laut auf mich. Und voll, unglaublich voll. Ich wollte noch ein paar Mitbringsel einkaufen, aber es ist kaum ein Durchkommen durch die Souks, das macht keinen Spaß. Als ich dann doch was kaufe, sagt mir der Verkäufer, dass marokkanische Schulferien sind, und auch für Einheimische ist Marrakech ein beliebtes Touristenziel.
Am Morgen bin ich mit Christine verabredet. Sie ist Reiseleiterin und arbeitet für eine deutsche Trekkingagentur. Wir machen ein gemütliches Schwätzchen in meinem herrlichen Riad, hier ist es ruhig und gemütlich und schick und edel, ach, ich will gar nicht mehr weg. Auch die Klimaanlage funktioniert und macht mein Zimmer mollig warm. Was heißt Zimmer, es ist eine geräumige Suite mit gemütlichem Sofa und Flatscreen. Hab viel zu wenig Zeit, es zu nutzen. Dieses Riad wird nun in mein Programm aufgenommen, hier kann man wohnen, wenn man eine Tour bei mir bucht.
Zu unserem Plauderstündchen kommt noch Gita, eine Schwedin. Auch sie lebt schon lange in Marokko und hat so einiges erlebt. Hat sogar zwei Wochen in einem Gefängnis zugebracht. Sie sagt, noch nie in ihrem Leben hat sie so viel Gewalt auf so engem Raum erlebt. Sie hat ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben, aber da sie ein sehr künstlerischer Mensch ist hat sie ihre Erlebnisse eher verschlüsselt in Form von Versen und Liedern geschrieben, mit passenden Bildern von Künstlern untermalt, sie singt uns einige davon vor, es ist ein sehr beeindruckendes Gespräch.
5.2.
Ein richtig kalter Tag heute. Über 10 Grad ist es kaum geklettert. Wenn in Europa eine Kältewelle herrscht, ist das auch hier spürbar. Wenn es doch noch um die 20 Grad wärmer hier ist. Und vor allem sonnig. Es macht ja vor allem der ewig graue Himmel bei uns depressiv.
Heute stand ein besonderes Ereignis auf dem Plan. Wie jeden Sonntag hatte auch heute Camp Agafay zu einem besonderen Event eingeladen. Das steht jedes Mal unter einem anderen Motto, diesmal stand Technik im Mittelpunkt. Und damit auch ein Heliflug. Bin ja nun schon hunderte von Stunden als Pilot im Einmotorigen geflogen, aber saß tatsächlich noch nie im Heli. Und diesmal wollte Ali den Piloten machen. Aber da war mir der nette Junge mit dem weißen Hemd schon lieber. Christine und ich hatten einen richtig schönen Tag draußen in der Wüste von Marrakech bei herrlichem Sonnenschein, aber kaltem Wind.
Hier ein paar Bilder
Stausee Lalla Takerkoust
unser Pilot Ali
und ein Video
7. - 9.2.
Die Tage waren wieder so ausgefüllt mit Aktivitäten, ich kam nicht zum Schreiben. Das Leben hier in Marrakech ist natürlich ein ganz anderes als im von mir heiß geliebten Süden. Weniger aufregend, weniger täglich ein neues Abenteuer. Aber dennoch interessant. Für den 8.2. war schon lange ein Tagesausflug gebucht, eine Gruppe von 6-7 Personen. Damit sollte ich eigentlich nichts zu tun haben, das macht alles Sahara Services, aber da ich nun gerade in der Stadt war, bot ich meine Begleitung an. Es stellte sich heraus, dass dies eine Arbeitsgemeinschaft war, ein Amtsrichter mit seiner Büroequipe, sie hatten einen günstigen RyanAir-Flug gebucht und waren nur für zwei Tage in der Stadt. Und die waren ausgefüllt bis zum Rand. Zum einen hatten sie Club Med gebucht, weil der ja so schön nah am Djemaa el-Fna liegt, zum anderen hatten sie mit mir einen Medinarundgang verabredet. Also, um 11 reisten sie ein, um 14 Uhr mit mir in die Medina, gehandelt wie die Berber, sie bekamen bessere Preise als ich, und dann zurück ins Hotel, um noch mit den Shuttlebus in den Club Med in der Palmeraie zu fahren zum Abendprogramm. Zum Schlafen blieb kaum Zeit, weil ich sie ja am nächsten Morgen schon um 8 Uhr zum Tagesausflug abholen wollte.
Das war das erste Mal, dass ich als Reiseleiterin fungierte. War äußerst interessant für mich und ich habe eine Menge dazu gelernt. Geplant war Hoher Atlas, Ait Benhaddou, Telouet und zurück. Klingt wenig, ist aber mit vielen Kilometern kurviger Bergstraße verbunden. Wir sahen schöne Landschaften, es wurde viel fotografiert, aber dann kurz vor Ait Benhaddou am Straßenrand viele geparkte Kleintransporter. Ein Wochenmarkt war im Gang. In einer Gegend, wo absolut keine Touristen waren. Wir spazierten über den Souk, sie fandens toll. Denn es war ja die erste Begegnung mit richtigen Menschen, Menschen, wie sie hier leben. Weder ist der Club Med das richtige Marokko noch die Souks mit ihren bunten Glitzerwaren. Nur schade, dass wir zu wenig Zeit hatten.
Und so gesehen war auch Ait Benhaddou eine Enttäuschung. Seit Jahrzehnten kenne ich den Ort, habe ihn immer als wichtigen Stopp für touristische Besuche angesehen. Ist er sicher auch. Aber diesmal sah ich es mit den Augen meiner Marokkoneulinge. Die ja noch nichts vom Land kannten. Was bekamen sie hier zu sehen? Schöne Lehmarchitektur, herrliche Aussicht von der Höhe des Kasbahhügels und – Souvenirboutiquen! Auch das nicht das echte Marokko.
Weiter ging es durch das herrliche Ounilatal mit wunderschönen Dörfern. Das hat ihnen gefallen. Aber wir sind halt nur vorbei gefahren. Dann Telouet. Es war schon ziemlich spät, alle hatten Hunger, also gings zuerst zum Restaurant Palace de Telouet. Ich finde das Essen dort hervorragend, sehr viel vielseitiger als in den übrigen Restaurants. Allerdings gab es hier Anpassungsschwierigkeiten. Mein Trüppchen hatte ja bisher noch kaum in Marokko gegessen. Nur einmal im Club Med, der ja nun sehr international ist. Und hier gab es doch viele fremdartige Zutaten und Gewürze. Nun, verhungert ist keiner, alle nahmen es mit Humor, es wurde überhaupt auf der ganzen Reise viel gelacht und gekichert.
Dann begleitete uns Mohammed in die Kasbah Telouet. Und trotz der Winterkälte hatte er seine malerische blaue Sommer-Gandora angezogen und den bunten Chech umgebunden. Er war damit auch der erste typische „Blaue Mann“ aus dem Süden, den die Gruppe zu Gesicht bekam, sie schlossen ihn sofort ins Herz. Unser „Kadi“ bekam viele gute Ratschläge von ihm, wie er so mit seinen sechs Frauen am besten fertig werden würde, Geheimnisse wurden geflüstert, die er sich strikt weigerte, uns weiter zu erzählen. Auf der Fahrt zur Kasbah wurde ich von meinem Sitzplatz vertrieben, die Mädels wollten Mohammed in ihrer Mitte haben. Und nach der Besichtigung gings zu Fuß durch das Dorf zurück. Und auch hier kam wieder eine verpasste Gelegenheit wegen der Zeitknappheit. Wir trafen Naima, Küchenhilfe bei Mohammed und Mutter des Kleinen, der auf meinem Video von Telouet so schön tanzt, das ich bei meinem Besuch im letzten Jahr aufgenommen habe.
Naima hat zur Zeit Urlaub, da ihr altes Lehmhaus beim letzten Regen zusammengestürzt ist und sie dabei ist, es wieder aufzubauen. Zum Glück war damals niemand etwas passiert. Sie begrüßte mich sofort mit Küsschen und wollte uns natürlich zum Tee einladen. Es wäre die Gelegenheit gewesen, mal in ein marokkanisches Haus zu kommen, aber es war ja schon so spät. Die Gruppe wollte nicht nur zum Abendessen zurück sein, sondern ein Kollege war auch im Hotel geblieben und würde sich bestimmt Sorgen machen. Rückblickend ist es echt schade, wir hätten annehmen sollen. Und wenn mich mal wieder eine solche Gruppe nach einem Tagesausflug fragt werde ich lieber die Tour in die Berberdörfer empfehlen, die zwar keine spektakulären Bauwerke aufweist, aber das echte Leben zeigt.
Die Rückfahrt brachte dann als einziges Ereignis, abgesehen von Schreien und Quiecken bei jedem Überholmanöver des allerdings sehr umsichtigen Fahrers, einen Anruf von Abdou. Ein brasilianisches Restaurant würde heute neu eröffnen, ob ich mitkommen wollte.
Es war schon 20 Uhr, als ich die Mädels am Club Med ablieferte, wo man übrigens keinen Fuß reinsetzen darf als Nicht-Gast, noch nicht mal an die Rezeption darf man. Unser Fahrer brachte mich zu meinem Riad Losra zurück und eigentlich wollte ich nur noch schlafen, war todmüde. Abdou rief an, ebenfalls todmüde. Aber dennoch, die Neugier siegt und man ist nur einmal in Marrakech. Wir fuhren also hin, das Lokal liegt in der Palmeraie auf dem Gelände des schicken Hotel Golf Palace. Und es war einfach wieder der Wahnsinn! Das ist das reiche, das schicke Marrakech. Noch kommen die meisten Touristen wegen der Medina und den Souks, aber ich bin sicher, dass sich das eines Tages ändern wird. Die Leute werden hierfür kommen. Die Lokalitäten von Marrakech bieten einfach eine umwerfende Show. Das fängt bereits vor der Tür an. Unter hohen Palmen sieht man im Mondlicht einen orientalischen gewandeten Portier stehen, vor ihm lodert eine große Fackel, er reißt die Tür auf und plötzlich ist man im modernen orientalischen Märchen.
In unserem Fall war es allerdings Brasilien, wohin wir entführt wurden. Es war der Vorabend der Eröffnung eines typisch brasilianischen Restaurants und wir waren alle als Tester ausersehen, wurden dazu ermutigt, an Kritik nicht zu sparen. Und alles war frei. Es war ein Erlebnis, das ich zunächst einmal mit einem Caipirina begann. Auf der Bühne spielte eine eigens aus Rio importierte Kapelle. Dann wurden wir gefragt, ob wir Fisch mögen oder nur Fleisch. Je nachdem bekam man dann einen runden oder einen eckigen Teller sowie ein rundes oder eckiges Kärtchen, das auf einer Seite grün, auf der anderen rot war. Abdou kannte das alles, denn er war schon in Brasilien, ich hatte überhaupt keine Ahnung, was da auf mich zukam. Zunächst bekamen wir alle einen Salatteller, ich nur Salat, die anderen mit Meeresfrüchten. Dann kamen kleine Schälchen auf den Tisch mit Beilagen, frittierte Kartoffelstückchen mit Knoblauch, Pommes, Reis, gebackene Bananen. Und dann kam eine Pole-Tänzerin. Natürlich nicht wie auf der Reeperbahn nackt, sondern schon etwa bikinimäßig angezogen. Sehr artistische Einlage, am Ende kam dann noch ein Muskelmann dazu, der sie auf alle Arten und Weisen auf den Arm nahm.
Dann gingen die Servierer herum mit großen Fleischspießen und einem blitzenden Messer. An jedem Teller, der nicht die rote Karte zeigte, luden sie dann etwas ab. Es war gut gewürztes Grillfleisch, immer eine andere Sorte, immer anders gewürzt. Und dazwischen natürlich auch Fisch für die eckigen Teller. Auf der Bühne bekam der Sänger Unterstützung von einem zweiten, langhaarigen Sänger, auch der aus Brasilien.
Und dann kamen die Mädchen! Auch die direkt aus Brasilien importiert und zackig tanzend. Da kam schon Stimmung auf. Und als die Mädchen dann ihre Federboas ablegten und die Männer zum Tanzen aufforderten, da war die Hölle los. Marrakech hat weniger als eine Million Einwohner, bietet aber ein Nachtleben, das dem der internationalen Großstädte in nichts nachsteht. Bei mir kam sofort der Gedanke auf, dass man den Reisenden doch auch eine Exkursion in dieses moderne Marrakech anbieten müsste, denn das ist bei den meisten noch ziemlich unbekannt, aber sehr reizvoll.
Das war für mich ein sehr schöner Abschied von dieser tollen Stadt, denn heute früh geht es langsam zurück nach Hause, zunächst nach Casablanca, wo ich die neue MoroccoMall anschauen möchte, die größte Mall von Afrika, und dann weiter nach Rabat. Ich plane, so etwa am 15.2. auszureisen und muss ja wohl über Spanien fahren, da die Fähre nach Frankreich immer noch nicht geht.
Später:
Ich hatte mir in Casablanca das Hotel Suisse reserviert, es liegt in Ain Diab und so ganz in der Nähe der Morocco Mall, aber doch so weit weg, dass man mit dem Wagen hinfahren muss. Und so richtig hatte ich keine Lust dazu. Also rief ich einen Freund an, die muss man halt überall haben, und er kam geschwind und fuhr mich hin. Das war gut so, denn ich glaube, wenn ich mit meinem schrecklich langen Pickup gefahren wäre und hätte den Verkehr gesehen, ich hätte wieder umgedreht. Am Straßenrand alles dicht voll und erstmal hinkommen. Es ging nur im Schritttempo. Aber Abdel kannte sich aus und fuhr direkt in die Tiefgarage, und da war noch genug Platz.
Die MoroccoMall ist wirklich gigantisch. Ich kenne große, moderne Malls in Florida wie die Millenium Mall in Orlando, aber das hier übertrifft doch wirklich alles. Schon die Lage ist gigantisch. In Ain Diab, ganz am Ende der Strandpromenade, kurz nach dem Marabut Sidi Abderrahman, direkt am Meer. Sie wirkt schon von außen wie ein Gebilde von einem anderen Stern. Vor dem Gebäude, zum Strand hin, wurde ein See angelegt, eine Parkanlage, muss wunderschön sein im Sommer. Aber jetzt am kühlen Abend ist es zu spät, das zu genießen. Da geht man lieber hinein in die geheizte Pracht. Alle internationalen Marken sind hier vertreten, im Herzen Galerie Lafayette, alles, was Rang und Namen hat in der Geschäftswelt. Ich trinke einen Latte bei Starbucks und kaufe dann marokkanische Turnschuhe bei Lafayette. Rot, mit dem grünen Fünfzack. Echt witzig.
Und wenn jemand denkt, die Marokkaner haben nicht die Mittel, hier einzukaufen, der liegt völlig falsch, ich sehe viele Menschen mit Einkaufstüten. Schon außen ist an diesem frühen Donnerstagabend die Hölle los, jeder Parkplatz entlang der Straße besetzt. Im Innern werden Fotos gemacht. Familien, Freundinnen, alle lassen sich vor den wunderbaren Blumendekorationen knipsen. Und im Zentrum zieht sich ein Aquarium über alle drei Stockwerke. An einem Ende ist ein IMAX-Kino, am anderen soll wohl ein Abenteuerland hinkommen, aber es ist noch nicht auf. Und überall wird gesaugt und geputzt, alles wird sehr in Ordnung gehalten.
In den zwei Monaten im Süden habe ich diesmal kaum Polizei gesehen, aber hier in Casa ist das doch anders. An der Straße nach Ain Diab stand alle 20 m ein Polizist. Sie stehen einfach nur da, machen keine Kontrollen. Die gab es zwar bei der Einfahrt in die Stadt, aber auch da wurde kaum einer angehalten. Mein Begleiter meint, es sei, um die Touristen zu schützen. Ganz sicher versucht man alles, um weitere Anschläge oder gewalttätige Demos zu verhindern. Bin mal gespannt, wie es morgen in Rabat wird.
14.2.
Tag der Abreise. Ich habe im wunderschönen El Minzah in Tanger übernachtet und will gleich am Morgen zur Schnellfähre nach Tarifa. Wenn ich bei der Einreise in Nador nur 15 Minuten brauchte und deshalb am liebsten wieder dort ausgereist wäre, wurde das noch getoppt. Zum Police-Schalter, Stempel in den Pass, die Ausreisekarte hatte mir das Reisebüro gegeben. Zum Douane-Schalter, Stempel auf das Fahrzeugpapier. Zollbeamter wollte in den Pickup sehen, fragte, ob ich im Norden war, ich sagte nein, das wars. Gerade mal 5 Minuten und ich war durch. So was habe ich noch nie erlebt. Nachdem es kaum noch Fähren ab Tanger-Stadt gibt geht es hier halt sehr schnell.
Dann zur Ablegestelle. Die FRS fuhr gerade ein. Sie sieht so winzig aus. Aber was da rein passt! Eine Citroen-Rallye mit alten Fahrzeugen war auf dem Schiff, bestimmt über 100 Fahrzeuge. Viele R4s, die ja super in der Wüste sind.
15.2.
Da ich auf dem Rückweg noch einen Freund in Südfrankreich besuchen wollte stellte ich mir das Navi ein auf mautfreie Straßen direkt zum Ziel. Das war ein solches Erlebnis! Zunächst ganz normale Autovia, ganz nett, gut zum Kilometer fressen, aber nichts besonderes. Dann aber ab Benicarlo ging es in die Berge, entlang des gestauten Rio Ebro. Wunderschöne Landschaft und herrlicher Sonnenschein. Dann ging es nach Andorra. Dort war ich zum letzten Mal als Kind, mit meinem Eltern im DKW, der hat kaum die Berge hoch geschafft und damals waren dies nur Pisten. Heute sieht das schon anders aus. Zwar nur zweispurige Straße, aber kreuzungsfrei und schnell zu fahren. Andorra ziemlich eng und voll, ich habe mir nur das preiswerte Diesel gegönnt, aber keinen Einkaufsstopp gemacht. Die Zeit drängte, ich wollte noch vor dem Dunkelwerden ankommen. Auch hier noch schönes Wetter, obwohl die Sonne in das enge Andorra am Nachmittag kaum noch hinein kommt.
Und dann bin ich mitten im Winter! Was für ein Unterschied. Eben noch in Marokko, hier meterhoher Schnee. Leute in Wintersportkleidung, die Lifts fahren. Und ein Warnschild, dass die weitere Straße schneeglatt sein kann. Was habe ich mir da angetan. Aber wenn mein Ranger die Sandpisten der Wüste schafft, dann muss er das ja auch können. Und so schlimm wird’s dann auch nicht. Ich komme noch rechtzeitig vor dem Dunkelwerden in dem kleinen Örtchen an- Und wenn wir alle mal hochscrollen auf den 7.12., da sieht man wen ich an dem Tag getroffen und nun besucht habe.
17.2.
Und nun bin ich wieder zu Hause …
14.1.
Es war nicht leicht, sich nach 3 Wochen Mhamid davon zu lösen. An die Dünen von Tinfou hatte ich immer gute Erinnerungen. Schon vor 25 Jahren gab es dort ein Zelt, wurden Kamelritte und Teppiche angeboten. Trotzdem hatte man mir damals auf Wunsch meine Ruhe gelassen, als ich versprach, danach zum Tee vorbei zu kommen. Und mit Hassan von damals bin ich noch heute befreundet, wenn er auch nicht mehr hier wohnt. Seit über einem Monat schleppe ich nun eine Flasche Whiskey mit mir herum und heute ist der Tag. Ich kaufte eine Flasche Coca in Tagounit und bestieg damit und einer Packung Datteln die große Düne. Ein Kamelreiter kam nahe, gab es aber auf, nachdem ich nicht reagierte. Einfach nur schön, hier zu sitzen und in die Weite zu schauen.
Und dann fuhr ich zum Zelt. Man lud mich – wie erwartet – zum Tee und zu den Resten ihres Tajine. Und es dauerte nicht lange, bevor wir alte Erinnerungen austauschten, von Leuten erzählten, die wir alle vor 25 Jahren kannten. Ich glaube, das wichtigste Merkmal des Alters ist die Lust, in Erinnerungen zu schwelgen. Nach dem „Whiskey berbère“ gab es den „Whiskey allemande“. Ich versprach, am nächsten Tag noch einmal vorbei zu kommen.
Nun bin ich im Hotel Perle de Draa bei meinem guten Freund Hassan. Und sofort bin ich mit ihm zusammen abends zum Essen eingeladen, in einem wunderschönen Riad im Palmenhain von Amezrou.
Ach, es ist schön, wieder allein zu reisen. So schön es auch vorher in Mhamid und mit der Gruppe war. Nur wie ich mich wieder zu Hause ins Arbeitsleben einordnen soll, das weiß ich noch nicht.
17.1.
Viel ist wieder passiert die letzten Tage und ich komme kaum zum Schreiben. Schon im Sommer hatte ich eine Email bekommen von einem Hotelbesitzer in Zagora, er wollte auf sein neues Riad Dar Sofian aufmerksam machen. Nun endlich fand ich die Zeit, mir das anzuschauen. Also, einfach ein Traum! Aber noch überraschender war, dass ich den Besitzer kenne. In meinem allerersten Marokkourlaub habe ich von seinem Bruder, der damals die erste Autovermietung in Ouarzazate hatte, einen R4 gemietet. Die Familie hat dann mehrere Hotels gebaut, alle mit dem Namen Kasbah Asmaa, es sind jeweils sehr schöne Häuser. Einer der Brüder, Moulay Slimane, hatte sich im Palmenhain von Zagora ein wunderschönes Privathaus gebaut. Nachdem der Sohn nun in Marrakech zur Schule geht und die Familie dorthin umzog, hat er dieses Haus als exquisites Gästehaus mit nur 10 Zimmern ausgebaut. Alles superschön, blendend sauber und vor allem warm im kalten Wüstenwinter. Er lud mich gleich ein, die Nacht zu bleiben und wir speisten zusammen. Dabei kam sogar der Gedanke auf, später hier zu arbeiten. Na, sehen wir mal!
Am nächsten Tag wollte ich die Piste Zagora – Tasla – Taznakht fahren und dann weiter nach Ait Benhaddou. Dann wieder ins Dar Sofian zurück. Aber erstens kommt es anders … Ich fand die Piste einwandfrei, aber nach 20 km stand ich vor einem tiefen Oued voll riesiger Felsbrocken. Auto abgestellt, zu Fuß hinunter. Absolut kein Durchkommen, hier müsste zunächst ein Bagger durch. Also wieder zurück und in Zagora noch ein paar Plätze angeschaut. Mit dem jungen Mann vom Camping Oasis kam ich ins Gespräch, er bestätigte, dass die Piste im Jahr 2009 durch schwere Regenfälle zerstört worden ist und seitdem nicht wieder aufgebaut wurde. Sie wird halt für nichts benötigt, das Minenstädtchen Bleida wird von Norden her erreicht. Auf dem Camping Oasis saßen Helga und Werner gemütlich vor ihrem Wohnmobil und gaben mir Sabines Brille, die sie in Chegaga vergessen hatte.
Wieder zurück ins Riad Dar Sofian steht auf dem Parkplatz ein Unimog aus Deutschland. Aha, ich bin also nicht mehr allein im Hotel. Vier Deutsche sind mit zwei Unimogs unterwegs, aber einer ist kaputt. Also wird hier mal ein wenig Luxus genossen, bis der aus Deutschland mitsamt Ersatzteilen eingeflogene Mechaniker da ist.
Tja, und ich soll eigentlich heute weiter. Zwar möchte ich noch einen Tag in Zagora bleiben, aber in einem anderen Hotel wohnen. Aber wie soll ich mich nur aus diesem Paradies lösen?
18.1.
Seit ich in Marokko bin habe ich doch wirklich etliche Kilo zugelegt, gut, dass es hier keine Waage gibt. Hier geht wirklich nichts ohne essen; und ein nein wird nicht akzeptiert. Ich wollte nur nach Tamegroute, um Keramik einzukaufen. Hatte dort auf der Durchfahrt sehr schöne rechteckige Teller aus der grünen Keramik gesehen. Aber bevor ich den Preis verhandeln konnte musste ich erst mit hoch zur Familie, das Mittagessen stand bereit, und der Händler (den ich schon vorher an der Düne von Tinfou getroffen hatte), Ehefrau, Großmutter und die zwei großen Söhne speisten mit mir. Mit Handeln war dann nicht viel, wegen der alten Freundschaft. Ich solle geben, was ich meine. Ich hasse das. Handele eigentlich lieber bis aufs Messer mit jemand, den ich nicht kenne. Nun ja, ich sagte meinen Preis, sie haben akzeptiert und ich hab alles in meine Kiste packen lassen.
Wie soll man bei einem solchen Frühstück für nur eine Person abnehmen!?
und hier der Unimog mit Mannschaft
21.1.
Zwei Nächte war ich nun in der Oase Tighmart bei Gouelmim. Die hat sich ganz schön gemacht. Früher fuhren Touristen kaum dorthin, und wenn, dann nur auf die alte Geschichte von dem Karawanenführer, der dort angeblich Station gemacht hat und bei dem man Mehl gegen alten Silberschmuck tauschen könnte. Heute in Zeiten des Internet und der schnellen Informationsverbreitung greifen solche Scams nicht mehr, aber ich weiß noch gut, wie in den 80ern viele darauf hineingefallen sind und die Oase irgendwie in Verruf geraten war.
Das ist heute lange vergessen. Die erste, die dort ein Gästehaus eröffnet hat, war die Französin Saliha, mit ihrem Maison Saharienne. Dann gab es noch zwei Campingmöglichkeiten, aber so richtig war das nichts. Das hat sich nun komplett geändert. Für Hotelreisende kann ich nun ganz sehr das Maison Nomades empfehlen, ein absolut liebenswertes Plätzchen unter der Leitung des netten Brahim, und es war total ausgebucht.
Heute früh ging es dann zunächst zum berühmten Kamelmarkt von Guelmim. Mein Gott, was hat sich der geändert seit meinem letzten Besuch in den 90ern! Kamele sucht man hier vergebens, auch das sonstige Angebot ist bei weitem nicht mehr so traditionell. Dennoch unbedingt sehenswert schon wegen der interessanten Menschen und der Fotos, die ich ziemlich unbelästigt schießen konnte. Es hatten übrigens auf dem großen Parkplatz zahlreiche Wohnmobile geparkt.
Und nun bin ich in El Ouatia. Hier habe ich mir die Plätze Sables d’Or und Atlantica angeschaut. Beide gefallen mir ganz gut, vielleicht Sables d’Or etwas besser. Und dort habe ich mir auch ein Zimmerchen genommen. Ist alles sehr sauber. Hier gibt es viele Standplätze, die den direkten Blick zum Meer haben und es ist auch noch etwas Platz. Auch das Wetter ist hier sehr schön, war warm heute und jetzt am Abend immer noch nicht zu kalt.
24.1.
Ach, was geht es mir doch so gut! Sitze hier in einer herrlichen Hotelanlage in der Sonne und lasse mich verwöhnen. Habe gestern die unendlich weite Strecke von Sidi Ifni bis nach Mirleft geschafft, und als ich hier diese Anlage besichtigte und der Inhaber mich einlud, da konnte ich wirklich nicht nein sagen. Es ist wunderschön.
Dann geht es weiter nach Tiznit. Hier will ich mir ein Hotel anschauen, das mir von einem Bericht im Internet aufgefallen war. Dieses Hotel sollte nun neu von einer Französin übernommen worden sein und es wurde empfohlen. Also nichts wie hin. Es liegt an dem großen Rondell vor dem Stadtzentrum, wo es sowohl zum Campingplatz als auch nach Tafraoute abgeht.
Das Mauritania stammt noch aus der französischen Kolonialzeit und ist ganz typisch für diese Hotels, an denen kaum was verändert wurde. Es ist nur klein, mit einfachen Zimmern, aber alle mit Bad, aber das wichtigste, es verfügt über eine Alkohollizenz. Das ist ganz seltsam in Marokko, wenn ein Hotel diese Lizenz mal hat, und das tun die kleinen französischen meist, dann behalten sie die auch ein Leben lang. Ich denke z.B. an das kleine, ziemlich heruntergekommene Chez Mimi an der Tichka-Strecke oder das Chez Juju in Oukaimeden. Wenn dagegen ein neues Hotel diese Lizenz beantragt, dann gibt es meist viele Probleme und lange Wartezeiten.
Ich war echt überrascht. Wie alle diese alten Hotels wurde auch hier an der Bausubstanz nichts verändert, aber die Betten sind neu, alles neu und hübsch gestrichen und nett eingerichtet mit bunten Decken. Die Flure angenehm gestaltet, so dass man sich dort auch hinsetzen kann. Aber das Überwältigendste ist der Preis, ich musste dreimal fragen. Ein Doppelzimmer, es ist immerhin mit Bad, hat warme Duschen, kostet 80 DH! Kaum zu glauben. Ich würde den Preis mal sofort aufs dreifache erhöhen. Und zum Haus gehört ein abgeschlossener Parkplatz.
Aber das war noch nicht alles. Das wichtigste ist das Restaurant unten. Zwar gibt es auch nach hinten raus eine Bar, die viel von Einheimischen besucht wird, aber die stört nicht. Das Restaurant bietet einfache marokkanische Küche, Brochette für 35 DH, Tajine für 45 DH, und ist schon deshalb der Renner für Gäste des nahe gelegenen Campingplatzes. Aber der Clou sind die Alkoholpreise. Eine Flasche Wein dazu kostet nur 60 DH. Das ist kaum mehr als im Marjane. Und Karim, der freundliche Zubringer, steht unermüdlich vor dem Haus und lotst die Gäste herein, wer zum zweitenmal kommt wird schon mit einem Küsschen als alter Freund begrüßt. Es ist echt der Renner unter den französischen Campinggästen.
Aber es gibt noch einen weiteren Höhepunkt. Jeden Sonntagmittag findet hier ein großes Couscousessen statt, es kostet 80 DH und ist untermal von einem Akkordeonspieler. Es sollen sich mehr als 100 Gäste in dem kleinen Restaurant drängen.
So, nun geht’s weiter nach Sidi Rbat zu dem Hotel La Dune von Peter. Vor 26 Jahren war ich zum erstenmal in Sidi Rbat, das damals nur auf einer sehr sandigen Piste zu erreichen und eine echte Hochburg für Kiffer war, die in einer sehr primitiven Strandunterkunft hausten. Aber es war ein magischer Ort und ich blieb eine Woche, länger dauerte mein Urlaub nicht mehr. Ich kam zwar noch einmal zurück, aber die Anlage wurde bald geschlossen, zuviele Probleme mit der Polizei. Dann wurde dort das Hotel Ksar Massa gebaut, mit absolut überteuerten Preisen. Damit war Sidi Rbat für mich gestorben.
Vor knapp 2 Jahren hat dann der deutsche Afrikafahrer Peter Kohle, der ebenfalls Sidi Rbat aus den Anfangsjahren kannte, dort ein Grundstück gekauft und seinen Traum verwirklicht. Nach den üblichen Problemen mit der marokkanischen Verwaltung ist das Hotel La Dune nun mit allen Genehmigungen geöffnet. Es ist sehr schön und vor allem kostet es nur die Hälfte von Ksar Massa. Ich bin gerade dort, sitze auf meiner Terrasse und schaue übers Meer.
Aber was das beste ist, es gibt nun eine neue Asphaltstraße direkt ins Dorf, und von dort sind es keine 100 m gute Piste bis zu La Dune und zum herrlichen Sandstrand. Viele Fischer haben hier ihre Hütten in den Kalkfelsen gegraben und man kann ihnen bei ihrer Arbeit zusehen. Auch zum Surfen eignet sich die Stelle hervorragend.
25.1.
Bin von Sidi Rbat Richtung Agadir gefahren. Regen. Und wie! Seit Anfang Dezember habe ich keinen mehr gesehen. Und irgendwie hätte ich auch keinen gebraucht. Die Natur hier schon. Über Agadir hingen dunkle Wolken. Und es dauerte nicht lange, da schüttete es aus allen Wolken. Da macht die Besichtigung von Campingplätzen wenig Spaß. Ich fuhr am gut gefüllten Stadtcamping vorbei und ebenso an der „Platte“. Die war doch erst vor ein paar Tagen spektakulär geräumt worden, aber es standen schon wieder etliche Fahrzeuge dort. Ist halt auch ein schönes Plätzchen.
Weiter gings nach Aourir. Denn alle hatten mir schon davon erzählt, dass es dort einen neuen Campingplatz gäbe. Er liegt im Paradise Valley, was bei dem Regen nicht besonders schön ist. Und der Lehmboden des Platzes ist auch noch nicht gefestigt und glitschig, zack, da lag ich auch schon am Boden. Alles verdreckt, alles verschlammt, ach, wie steigt doch die Laune. Den Platz hat ein Marokkaner aufgebaut, der 38 Jahre in Deutschland lebte und dort im Tourismus arbeitete. Nun ist er in Rente und hat diesen Platz gebaut. Es ist zu weit zum Meer, aber dennoch hat er hier schon gute Belegung. Manche schätzen die ruhige Natur. Und die Gäste schätzen den persönlichen Empfang, hier ist es nicht so anonym und geschäftsmäßig wie im AP und Ableger. Auch dieser Platz hat alles, was man braucht, ist aber noch im Aufbau. Die zwei großen Sanitärblöcke sind super gefliest und sehr sauber, trotz Regen. Es gibt Waschmaschine und der Piscine ist fast fertig. Das Restaurant noch nicht. Eine deutsche Familie hat sich hier schon häuslich niedergelassen und gleich für die nächsten Winter gebucht, überhaupt sind relativ viele Deutsche hier.
Wegen dem starken Regen quartiere ich mich in einen der Bungalows ein, sie haben Schlafzimmer, Wohnküche und Bad. Hintergrund ist, dass wohl einige Campinggäste auch mal die Familie für ein paar Tage kommen lassen wollen, die können dann hier schön wohnen. Und nun warte ich auf das Ende des Regens und darauf, dass hier nicht der ganze neue Platz abrutscht.
26.1.
Der Tag beginnt mit Sonne. Wie schön. Dennoch, der Matsch ist noch da und ich freue mich wegzukommen. Es geht nach Agadir, ich habe mich im Hotel Tivoli einquartiert. Hab es zufällig gewählt, aber es gefällt mir ganz gut. Hier werde ich mal zwei Tage Urlaub machen, richtig Urlaub und nicht arbeiten, keine Campingplätze anschauen. Mein Zimmer ist nicht schlecht. Geräumig, mit Sitzecken und Balkon mit Tisch und zwei Stühlen. Habe zwei Nächte vorausbezahlt und werde mal sofort auf drei verlängern. Wenn man immer nur rumreist, immer nur aus dem Koffer lebt, dann braucht man das mal, ein klein wenig Urlaub.
Von der Wüste nach Agadir - das ist ein Unterschied. Wenn ich nach Marokko fahre dann will ich die Fremde, das Abenteuer, die netten Menschen mit ihrer Gastfreundschaft, die fantastische Landschaft, jeden Tag ein neues, aufregendes Erlebnis.
27.1.
Habe heute einen Spaziergang auf der neuen Strandpromenade gemacht. Sie ist schon sehr schön angelegt. Wenn man hier spazieren geht könnte man sich auch an der Cote d’Azur oder in Spanien wähnen. Obwohl – in Spanien wäre man von Hochhäusern eingekreist, hier nicht. Auch das Wetter ist wundervoll. Auf der Anzeige einer Bank steht 16 Grad. Kann ich kaum glauben. Zumindest in der Sonne ist es viel wärmer und am Strand liegen einige Hartgesottene im Badeanzug. Auch den McDonald oder PizzaHut am Strand weiß ich durchaus zu schätzen, nachdem ich heute bei einem marokkanischen Laden eine Pizza gegessen habe, klitschig und geschmacklos. Bei PizzaHut weiß man wenigstens, was man bekommt. Ich kann Agadir für Strandurlauber durchaus empfehlen.
30.1.
Ein Vierteljahrhundert Marokko und ich war noch nie auf dem Montagssouk von Taliouine! Von meinem Zimmerfenster im Hotel Safran sehe ich die Lieferwagen in langer Schlange die wasserhaltige Furt durchqueren und weiß, heute ist Souk. Also nicht wie hin. Einerseits habe ich natürlich etwas versäumt, ihn noch nie gesehen zu haben, andererseits aber auch nicht. Ich kenne viele schöne Souks, ich denke nur an Zagora oder Rissani, aber sie haben sich im Verlauf der Jahrzehnte doch sehr verändert. Ich möchte aber mal behaupten, in Taliouine ist alles beim alten geblieben, gibt es keine Souvenirverkäufer, die den Touristen überteuerten Schmuck andrehen oder vermischtes Safran zu überhöhten Preisen anbieten. Außer den Transportmitteln, mit denen die Bauern zum Souk kommen – heute kleine Lieferwagen statt Maultiere – ist hier die Zeit stehen geblieben. Hier gibt es keinerlei Angebote eigens für Touristen, hier werden die Dinge verkauft, die der Bergbauer braucht. Wassereimer aus Autoreifen, ebenso Sandalen, Ackergeräte, Sättel für die Maultiere, Tajinetöpfe, natürlich Lebensmittel und Gemüse, lebende Hühner und Küken, Ziegen und Schafe. Großhändler sitzen vor kleinen Waagen, um das Safran zu verkaufen. Hier wird es nicht grammweise angeboten. Und selbst die zwei Stände mit Silberschmuck sind dicht belagert von Berberfrauen, die entweder ihren Schmuck verkaufen, um Geld zum Leben zu erhalten, oder sich ein neues Stück leisten. Ich kaufe mir einen Eimer aus Autoreifen, 30 DH, als Blumenkübel für die Terrasse und komme dann zu einem Mann, der Öl in Wasserflaschen anbietet. Ich weiß nicht genau, wie viel die Flasche fasst, sind es 0,7 oder 1 l, ich frage, ob es Arganöl ist, er sagt ja und zeigt einen 100-DH-Schein. Ich riskiere es, habe keine Ahnung, ob es eine gute Qualität ist. Aber der Markt hier kommt mir einfach echt vor, keine Touristenabzocke und so kaufe ich es. 100 DH war ja auch der Preis, den mir Hamid aus Agadir genannt hat.
Ach, es gefällt mir hier so gut, ich möchte überhaupt nicht mehr weg. Es ist schon Mittag, als ich mich endlich losreißen kann. Schon in der Auberge Safran am Morgen hatte ich Fotos gesehen von der herrlichen Umgebung und wäre gerne noch geblieben, aber nein, weiter geht’s im Dienste meiner Leser. Das nächstemal, in’challah.
Auch die nächste Etappe ist eine Augenweide. Es geht zunächst von Taliouine entlang der Hauptstraße N10, wo die Mandelbäume in voller Blüte stehen. Und in Taznakht will ich dann die neue Straße durch das Tal des Oued Ait Douchen fahren, die Martin als Geheimtipp bezeichnet hat. Laut den Einheimischen sollte dort die Asphaltierung im Gange sein. Aber ganz so war es nicht. Die komplette Piste ist geschoben und für den Asphalt vorbereitet, aber weitere Arbeiten sind nicht im Gang. Dennoch kann sie bereits jetzt von allen Fahrzeugen gefahren werden. Hier ist weder Bodenfreiheit noch 4x4 nötig, aber ein Fahrer, der sich auch mal ein wenig Wellblech zutraut. Alles in allem ist die 70 km lange Strecke aber sehr gut zu fahren. Und das Flusstal ist einfach herrlich. Ali und ich haben dort erstmal ein Päuschen gemacht und leckeren Erdnüsse vom Souk in Taliouine gegessen.
3.2.
Nun bin ich in Marrakech, nachdem ich in Skoura, Ait Benhaddou und Telouet war. Aber nichts wirklich berichtenswertes dort erlebt habe. Nach zwei Monaten im ruhigen Süden wirkt die Stadt sehr hektisch und laut auf mich. Und voll, unglaublich voll. Ich wollte noch ein paar Mitbringsel einkaufen, aber es ist kaum ein Durchkommen durch die Souks, das macht keinen Spaß. Als ich dann doch was kaufe, sagt mir der Verkäufer, dass marokkanische Schulferien sind, und auch für Einheimische ist Marrakech ein beliebtes Touristenziel.
Am Morgen bin ich mit Christine verabredet. Sie ist Reiseleiterin und arbeitet für eine deutsche Trekkingagentur. Wir machen ein gemütliches Schwätzchen in meinem herrlichen Riad, hier ist es ruhig und gemütlich und schick und edel, ach, ich will gar nicht mehr weg. Auch die Klimaanlage funktioniert und macht mein Zimmer mollig warm. Was heißt Zimmer, es ist eine geräumige Suite mit gemütlichem Sofa und Flatscreen. Hab viel zu wenig Zeit, es zu nutzen. Dieses Riad wird nun in mein Programm aufgenommen, hier kann man wohnen, wenn man eine Tour bei mir bucht.
Zu unserem Plauderstündchen kommt noch Gita, eine Schwedin. Auch sie lebt schon lange in Marokko und hat so einiges erlebt. Hat sogar zwei Wochen in einem Gefängnis zugebracht. Sie sagt, noch nie in ihrem Leben hat sie so viel Gewalt auf so engem Raum erlebt. Sie hat ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben, aber da sie ein sehr künstlerischer Mensch ist hat sie ihre Erlebnisse eher verschlüsselt in Form von Versen und Liedern geschrieben, mit passenden Bildern von Künstlern untermalt, sie singt uns einige davon vor, es ist ein sehr beeindruckendes Gespräch.
5.2.
Ein richtig kalter Tag heute. Über 10 Grad ist es kaum geklettert. Wenn in Europa eine Kältewelle herrscht, ist das auch hier spürbar. Wenn es doch noch um die 20 Grad wärmer hier ist. Und vor allem sonnig. Es macht ja vor allem der ewig graue Himmel bei uns depressiv.
Heute stand ein besonderes Ereignis auf dem Plan. Wie jeden Sonntag hatte auch heute Camp Agafay zu einem besonderen Event eingeladen. Das steht jedes Mal unter einem anderen Motto, diesmal stand Technik im Mittelpunkt. Und damit auch ein Heliflug. Bin ja nun schon hunderte von Stunden als Pilot im Einmotorigen geflogen, aber saß tatsächlich noch nie im Heli. Und diesmal wollte Ali den Piloten machen. Aber da war mir der nette Junge mit dem weißen Hemd schon lieber. Christine und ich hatten einen richtig schönen Tag draußen in der Wüste von Marrakech bei herrlichem Sonnenschein, aber kaltem Wind.
Hier ein paar Bilder
Stausee Lalla Takerkoust
unser Pilot Ali
und ein Video
7. - 9.2.
Die Tage waren wieder so ausgefüllt mit Aktivitäten, ich kam nicht zum Schreiben. Das Leben hier in Marrakech ist natürlich ein ganz anderes als im von mir heiß geliebten Süden. Weniger aufregend, weniger täglich ein neues Abenteuer. Aber dennoch interessant. Für den 8.2. war schon lange ein Tagesausflug gebucht, eine Gruppe von 6-7 Personen. Damit sollte ich eigentlich nichts zu tun haben, das macht alles Sahara Services, aber da ich nun gerade in der Stadt war, bot ich meine Begleitung an. Es stellte sich heraus, dass dies eine Arbeitsgemeinschaft war, ein Amtsrichter mit seiner Büroequipe, sie hatten einen günstigen RyanAir-Flug gebucht und waren nur für zwei Tage in der Stadt. Und die waren ausgefüllt bis zum Rand. Zum einen hatten sie Club Med gebucht, weil der ja so schön nah am Djemaa el-Fna liegt, zum anderen hatten sie mit mir einen Medinarundgang verabredet. Also, um 11 reisten sie ein, um 14 Uhr mit mir in die Medina, gehandelt wie die Berber, sie bekamen bessere Preise als ich, und dann zurück ins Hotel, um noch mit den Shuttlebus in den Club Med in der Palmeraie zu fahren zum Abendprogramm. Zum Schlafen blieb kaum Zeit, weil ich sie ja am nächsten Morgen schon um 8 Uhr zum Tagesausflug abholen wollte.
Das war das erste Mal, dass ich als Reiseleiterin fungierte. War äußerst interessant für mich und ich habe eine Menge dazu gelernt. Geplant war Hoher Atlas, Ait Benhaddou, Telouet und zurück. Klingt wenig, ist aber mit vielen Kilometern kurviger Bergstraße verbunden. Wir sahen schöne Landschaften, es wurde viel fotografiert, aber dann kurz vor Ait Benhaddou am Straßenrand viele geparkte Kleintransporter. Ein Wochenmarkt war im Gang. In einer Gegend, wo absolut keine Touristen waren. Wir spazierten über den Souk, sie fandens toll. Denn es war ja die erste Begegnung mit richtigen Menschen, Menschen, wie sie hier leben. Weder ist der Club Med das richtige Marokko noch die Souks mit ihren bunten Glitzerwaren. Nur schade, dass wir zu wenig Zeit hatten.
Und so gesehen war auch Ait Benhaddou eine Enttäuschung. Seit Jahrzehnten kenne ich den Ort, habe ihn immer als wichtigen Stopp für touristische Besuche angesehen. Ist er sicher auch. Aber diesmal sah ich es mit den Augen meiner Marokkoneulinge. Die ja noch nichts vom Land kannten. Was bekamen sie hier zu sehen? Schöne Lehmarchitektur, herrliche Aussicht von der Höhe des Kasbahhügels und – Souvenirboutiquen! Auch das nicht das echte Marokko.
Weiter ging es durch das herrliche Ounilatal mit wunderschönen Dörfern. Das hat ihnen gefallen. Aber wir sind halt nur vorbei gefahren. Dann Telouet. Es war schon ziemlich spät, alle hatten Hunger, also gings zuerst zum Restaurant Palace de Telouet. Ich finde das Essen dort hervorragend, sehr viel vielseitiger als in den übrigen Restaurants. Allerdings gab es hier Anpassungsschwierigkeiten. Mein Trüppchen hatte ja bisher noch kaum in Marokko gegessen. Nur einmal im Club Med, der ja nun sehr international ist. Und hier gab es doch viele fremdartige Zutaten und Gewürze. Nun, verhungert ist keiner, alle nahmen es mit Humor, es wurde überhaupt auf der ganzen Reise viel gelacht und gekichert.
Dann begleitete uns Mohammed in die Kasbah Telouet. Und trotz der Winterkälte hatte er seine malerische blaue Sommer-Gandora angezogen und den bunten Chech umgebunden. Er war damit auch der erste typische „Blaue Mann“ aus dem Süden, den die Gruppe zu Gesicht bekam, sie schlossen ihn sofort ins Herz. Unser „Kadi“ bekam viele gute Ratschläge von ihm, wie er so mit seinen sechs Frauen am besten fertig werden würde, Geheimnisse wurden geflüstert, die er sich strikt weigerte, uns weiter zu erzählen. Auf der Fahrt zur Kasbah wurde ich von meinem Sitzplatz vertrieben, die Mädels wollten Mohammed in ihrer Mitte haben. Und nach der Besichtigung gings zu Fuß durch das Dorf zurück. Und auch hier kam wieder eine verpasste Gelegenheit wegen der Zeitknappheit. Wir trafen Naima, Küchenhilfe bei Mohammed und Mutter des Kleinen, der auf meinem Video von Telouet so schön tanzt, das ich bei meinem Besuch im letzten Jahr aufgenommen habe.
Naima hat zur Zeit Urlaub, da ihr altes Lehmhaus beim letzten Regen zusammengestürzt ist und sie dabei ist, es wieder aufzubauen. Zum Glück war damals niemand etwas passiert. Sie begrüßte mich sofort mit Küsschen und wollte uns natürlich zum Tee einladen. Es wäre die Gelegenheit gewesen, mal in ein marokkanisches Haus zu kommen, aber es war ja schon so spät. Die Gruppe wollte nicht nur zum Abendessen zurück sein, sondern ein Kollege war auch im Hotel geblieben und würde sich bestimmt Sorgen machen. Rückblickend ist es echt schade, wir hätten annehmen sollen. Und wenn mich mal wieder eine solche Gruppe nach einem Tagesausflug fragt werde ich lieber die Tour in die Berberdörfer empfehlen, die zwar keine spektakulären Bauwerke aufweist, aber das echte Leben zeigt.
Die Rückfahrt brachte dann als einziges Ereignis, abgesehen von Schreien und Quiecken bei jedem Überholmanöver des allerdings sehr umsichtigen Fahrers, einen Anruf von Abdou. Ein brasilianisches Restaurant würde heute neu eröffnen, ob ich mitkommen wollte.
Es war schon 20 Uhr, als ich die Mädels am Club Med ablieferte, wo man übrigens keinen Fuß reinsetzen darf als Nicht-Gast, noch nicht mal an die Rezeption darf man. Unser Fahrer brachte mich zu meinem Riad Losra zurück und eigentlich wollte ich nur noch schlafen, war todmüde. Abdou rief an, ebenfalls todmüde. Aber dennoch, die Neugier siegt und man ist nur einmal in Marrakech. Wir fuhren also hin, das Lokal liegt in der Palmeraie auf dem Gelände des schicken Hotel Golf Palace. Und es war einfach wieder der Wahnsinn! Das ist das reiche, das schicke Marrakech. Noch kommen die meisten Touristen wegen der Medina und den Souks, aber ich bin sicher, dass sich das eines Tages ändern wird. Die Leute werden hierfür kommen. Die Lokalitäten von Marrakech bieten einfach eine umwerfende Show. Das fängt bereits vor der Tür an. Unter hohen Palmen sieht man im Mondlicht einen orientalischen gewandeten Portier stehen, vor ihm lodert eine große Fackel, er reißt die Tür auf und plötzlich ist man im modernen orientalischen Märchen.
In unserem Fall war es allerdings Brasilien, wohin wir entführt wurden. Es war der Vorabend der Eröffnung eines typisch brasilianischen Restaurants und wir waren alle als Tester ausersehen, wurden dazu ermutigt, an Kritik nicht zu sparen. Und alles war frei. Es war ein Erlebnis, das ich zunächst einmal mit einem Caipirina begann. Auf der Bühne spielte eine eigens aus Rio importierte Kapelle. Dann wurden wir gefragt, ob wir Fisch mögen oder nur Fleisch. Je nachdem bekam man dann einen runden oder einen eckigen Teller sowie ein rundes oder eckiges Kärtchen, das auf einer Seite grün, auf der anderen rot war. Abdou kannte das alles, denn er war schon in Brasilien, ich hatte überhaupt keine Ahnung, was da auf mich zukam. Zunächst bekamen wir alle einen Salatteller, ich nur Salat, die anderen mit Meeresfrüchten. Dann kamen kleine Schälchen auf den Tisch mit Beilagen, frittierte Kartoffelstückchen mit Knoblauch, Pommes, Reis, gebackene Bananen. Und dann kam eine Pole-Tänzerin. Natürlich nicht wie auf der Reeperbahn nackt, sondern schon etwa bikinimäßig angezogen. Sehr artistische Einlage, am Ende kam dann noch ein Muskelmann dazu, der sie auf alle Arten und Weisen auf den Arm nahm.
Dann gingen die Servierer herum mit großen Fleischspießen und einem blitzenden Messer. An jedem Teller, der nicht die rote Karte zeigte, luden sie dann etwas ab. Es war gut gewürztes Grillfleisch, immer eine andere Sorte, immer anders gewürzt. Und dazwischen natürlich auch Fisch für die eckigen Teller. Auf der Bühne bekam der Sänger Unterstützung von einem zweiten, langhaarigen Sänger, auch der aus Brasilien.
Und dann kamen die Mädchen! Auch die direkt aus Brasilien importiert und zackig tanzend. Da kam schon Stimmung auf. Und als die Mädchen dann ihre Federboas ablegten und die Männer zum Tanzen aufforderten, da war die Hölle los. Marrakech hat weniger als eine Million Einwohner, bietet aber ein Nachtleben, das dem der internationalen Großstädte in nichts nachsteht. Bei mir kam sofort der Gedanke auf, dass man den Reisenden doch auch eine Exkursion in dieses moderne Marrakech anbieten müsste, denn das ist bei den meisten noch ziemlich unbekannt, aber sehr reizvoll.
Das war für mich ein sehr schöner Abschied von dieser tollen Stadt, denn heute früh geht es langsam zurück nach Hause, zunächst nach Casablanca, wo ich die neue MoroccoMall anschauen möchte, die größte Mall von Afrika, und dann weiter nach Rabat. Ich plane, so etwa am 15.2. auszureisen und muss ja wohl über Spanien fahren, da die Fähre nach Frankreich immer noch nicht geht.
Später:
Ich hatte mir in Casablanca das Hotel Suisse reserviert, es liegt in Ain Diab und so ganz in der Nähe der Morocco Mall, aber doch so weit weg, dass man mit dem Wagen hinfahren muss. Und so richtig hatte ich keine Lust dazu. Also rief ich einen Freund an, die muss man halt überall haben, und er kam geschwind und fuhr mich hin. Das war gut so, denn ich glaube, wenn ich mit meinem schrecklich langen Pickup gefahren wäre und hätte den Verkehr gesehen, ich hätte wieder umgedreht. Am Straßenrand alles dicht voll und erstmal hinkommen. Es ging nur im Schritttempo. Aber Abdel kannte sich aus und fuhr direkt in die Tiefgarage, und da war noch genug Platz.
Die MoroccoMall ist wirklich gigantisch. Ich kenne große, moderne Malls in Florida wie die Millenium Mall in Orlando, aber das hier übertrifft doch wirklich alles. Schon die Lage ist gigantisch. In Ain Diab, ganz am Ende der Strandpromenade, kurz nach dem Marabut Sidi Abderrahman, direkt am Meer. Sie wirkt schon von außen wie ein Gebilde von einem anderen Stern. Vor dem Gebäude, zum Strand hin, wurde ein See angelegt, eine Parkanlage, muss wunderschön sein im Sommer. Aber jetzt am kühlen Abend ist es zu spät, das zu genießen. Da geht man lieber hinein in die geheizte Pracht. Alle internationalen Marken sind hier vertreten, im Herzen Galerie Lafayette, alles, was Rang und Namen hat in der Geschäftswelt. Ich trinke einen Latte bei Starbucks und kaufe dann marokkanische Turnschuhe bei Lafayette. Rot, mit dem grünen Fünfzack. Echt witzig.
Und wenn jemand denkt, die Marokkaner haben nicht die Mittel, hier einzukaufen, der liegt völlig falsch, ich sehe viele Menschen mit Einkaufstüten. Schon außen ist an diesem frühen Donnerstagabend die Hölle los, jeder Parkplatz entlang der Straße besetzt. Im Innern werden Fotos gemacht. Familien, Freundinnen, alle lassen sich vor den wunderbaren Blumendekorationen knipsen. Und im Zentrum zieht sich ein Aquarium über alle drei Stockwerke. An einem Ende ist ein IMAX-Kino, am anderen soll wohl ein Abenteuerland hinkommen, aber es ist noch nicht auf. Und überall wird gesaugt und geputzt, alles wird sehr in Ordnung gehalten.
In den zwei Monaten im Süden habe ich diesmal kaum Polizei gesehen, aber hier in Casa ist das doch anders. An der Straße nach Ain Diab stand alle 20 m ein Polizist. Sie stehen einfach nur da, machen keine Kontrollen. Die gab es zwar bei der Einfahrt in die Stadt, aber auch da wurde kaum einer angehalten. Mein Begleiter meint, es sei, um die Touristen zu schützen. Ganz sicher versucht man alles, um weitere Anschläge oder gewalttätige Demos zu verhindern. Bin mal gespannt, wie es morgen in Rabat wird.
14.2.
Tag der Abreise. Ich habe im wunderschönen El Minzah in Tanger übernachtet und will gleich am Morgen zur Schnellfähre nach Tarifa. Wenn ich bei der Einreise in Nador nur 15 Minuten brauchte und deshalb am liebsten wieder dort ausgereist wäre, wurde das noch getoppt. Zum Police-Schalter, Stempel in den Pass, die Ausreisekarte hatte mir das Reisebüro gegeben. Zum Douane-Schalter, Stempel auf das Fahrzeugpapier. Zollbeamter wollte in den Pickup sehen, fragte, ob ich im Norden war, ich sagte nein, das wars. Gerade mal 5 Minuten und ich war durch. So was habe ich noch nie erlebt. Nachdem es kaum noch Fähren ab Tanger-Stadt gibt geht es hier halt sehr schnell.
Dann zur Ablegestelle. Die FRS fuhr gerade ein. Sie sieht so winzig aus. Aber was da rein passt! Eine Citroen-Rallye mit alten Fahrzeugen war auf dem Schiff, bestimmt über 100 Fahrzeuge. Viele R4s, die ja super in der Wüste sind.
15.2.
Da ich auf dem Rückweg noch einen Freund in Südfrankreich besuchen wollte stellte ich mir das Navi ein auf mautfreie Straßen direkt zum Ziel. Das war ein solches Erlebnis! Zunächst ganz normale Autovia, ganz nett, gut zum Kilometer fressen, aber nichts besonderes. Dann aber ab Benicarlo ging es in die Berge, entlang des gestauten Rio Ebro. Wunderschöne Landschaft und herrlicher Sonnenschein. Dann ging es nach Andorra. Dort war ich zum letzten Mal als Kind, mit meinem Eltern im DKW, der hat kaum die Berge hoch geschafft und damals waren dies nur Pisten. Heute sieht das schon anders aus. Zwar nur zweispurige Straße, aber kreuzungsfrei und schnell zu fahren. Andorra ziemlich eng und voll, ich habe mir nur das preiswerte Diesel gegönnt, aber keinen Einkaufsstopp gemacht. Die Zeit drängte, ich wollte noch vor dem Dunkelwerden ankommen. Auch hier noch schönes Wetter, obwohl die Sonne in das enge Andorra am Nachmittag kaum noch hinein kommt.
Und dann bin ich mitten im Winter! Was für ein Unterschied. Eben noch in Marokko, hier meterhoher Schnee. Leute in Wintersportkleidung, die Lifts fahren. Und ein Warnschild, dass die weitere Straße schneeglatt sein kann. Was habe ich mir da angetan. Aber wenn mein Ranger die Sandpisten der Wüste schafft, dann muss er das ja auch können. Und so schlimm wird’s dann auch nicht. Ich komme noch rechtzeitig vor dem Dunkelwerden in dem kleinen Örtchen an- Und wenn wir alle mal hochscrollen auf den 7.12., da sieht man wen ich an dem Tag getroffen und nun besucht habe.
17.2.
Und nun bin ich wieder zu Hause …
Gute Fahrt
Edith
Letzte Änderung: 14 Jahre 5 Monate her von Edith.
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14 Jahre 5 Monate her #112463
von jester
no mountain high enough
HJL
jester antwortete auf Die letzte Marokkofahrt mit meinem Pickup 2011/2012
hi edith,
danke fuer den bericht !
normalerweise lese ich ja nicht viel, aber das ist so fluessig ....
schon mal ueberlegt das als reisefuehrer in buchform zu veroeffentlichen?
mfg J
danke fuer den bericht !
normalerweise lese ich ja nicht viel, aber das ist so fluessig ....
schon mal ueberlegt das als reisefuehrer in buchform zu veroeffentlichen?
mfg J
no mountain high enough
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14 Jahre 5 Monate her #112464
von 4Wühler
Garderobe für das Grobe
4Wühler antwortete auf Die letzte Marokkofahrt mit meinem Pickup 2011/2012
Ja Jester, der Gedanke kam mir auch so beim lesen 
klasse Bericht Edith :k_sm19
Gruß Frank

klasse Bericht Edith :k_sm19
Gruß Frank
Garderobe für das Grobe
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14 Jahre 5 Monate her #112466
von rewi
Im L200 Club
rewi antwortete auf Die letzte Marokkofahrt mit meinem Pickup 2011/2012
Klasse Reisebericht, vielen Dank.
Gruss Reinhold
Gruss Reinhold
Im L200 Club
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14 Jahre 5 Monate her #112468
von creol
Don't forget to have fun!
creol antwortete auf Die letzte Marokkofahrt mit meinem Pickup 2011/2012
Hi Edith,
na bitteschön, was für ein Bericht und Du willst uns verlassen?
Kommt ja gar nicht in die Tüte, gnä Frau....
Greets from Phil
na bitteschön, was für ein Bericht und Du willst uns verlassen?
Kommt ja gar nicht in die Tüte, gnä Frau....

Greets from Phil
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